Dienstag, 8. Juli 2014

Riechrezeptoren in der Haut entdeckt - Sandelholzduft verbessert Wundheilung und Hautregeneration


Symbolbild: Haut. | Copyright: grewi.de


Bochum (Deutschland) - Riechrezeptoren kommen nicht nur in der Nase vor. Neben in Spermien, der Prostata, dem Darm und den Nieren, besitzen auch die Zellen unserer Haut Riechrezeptoren. Forscher der Ruhr-Universität Bochum fanden heraus, dass sich die Teilungsrate der Zellen erhöht und Wunden besser heilen, wenn die Rezeptoren aktiviert sind. Dieser Mechanismus ist ein möglicher Ansatzpunkt für neue Medikamente und Kosmetika.

Wie das Team um Dr. Daniela Busse und Prof. Dr. Dr. Dr. med. habil. Hanns Hatt vom Lehrstuhl für Zellphysiologie der Bochumer Universität aktuell im "Journal of Investigative Dermatology" (DOI: 10.1038/JID.2014.273) berichtet, besitzen Menschen in der Nase rund 350 verschiedene Arten von Riechrezeptoren. Neu ist nun der Nachweis von Riechrezeptoren in Keratinozyten, also in jenen Zellen, die die äußerste Schicht der Haut bilden.


Die Forscher untersuchten den in der Haut vorkommenden Duftrezeptor OR2AT4 genauer und fanden heraus, dass er von einem synthetischem Sandelholzduft, Sandalore genannt, aktiviert wird.



www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Das Sandelholzaroma selbst kommt häufig in Räucherstäbchen vor und ist auch eine Komponente vieler Parfüms. "Der aktivierte OR2AT4-Rezeptor stößt in der Zelle einen kalziumabhängigen Signalweg an. Dieser sorgt dafür, dass sich Hautzellen vermehrt teilen und schneller wandern - Prozesse, die typischerweise die Wundheilung verbessern", berichten die Forscher in ihrer Pressemitteilung. In Zusammenarbeit mit der Dermatologie der Universität in Münster zeigten die Bochumer Zellphysiologen diesen Effekt an Hautzellkulturen und Hautexplantaten.


Neben OR2AT4 haben die RUB-Wissenschaftler noch eine Reihe weiterer Duftrezeptoren in der Haut gefunden, deren Funktion sie in Zukunft noch genauer charakterisieren wollen. "Die Ergebnisse zeigen, dass sie therapeutisches und kosmetisches Potenzial besitzen", sagt Prof. Hanns Hatt. "Wir sollten aber auch im Hinterkopf behalten, dass man mit konzentrierten Duftstoffen vorsichtig umgehen sollte, solange wir nicht wissen, welche Funktion die verschiedenen Duftrezeptoren in Hautzellen haben."


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Super-Sinnesorgan Nase: Menschen können mindestens eine Billion Gerüche unterscheiden
22. März 2014


grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: ruhr-uni-bochum.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE