Donnerstag, 3. Juli 2014

Trotz Minusgraden kann auf dem Mars flüssiges Wasser entstehen


Eine Bilderserie von vielen zeigt mögliche Tropfen (s. Rahmen), die offenbar durch das Absorbieren anderer Tropfen zu wachsen scheinen und ein Landebein der Phoenix-Einheit am 8., 31. und 44. Marstag der Mission zeigen. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Max Planck Institute

Ann Arbour (USA) - In Laborkammern, in denen die Bedingungen auf der Oberfläche des Mars simuliert werden können, haben US-Forscher gezeigt, wie sich kleinere Mengen flüssigen Wasser trotz der vorherrschenden Minustemperaturen bilden und mehre Stunden flüssig bleiben können. Flüssiges Wasser ist die Grundlage zumindest des Lebens, wie wir es von der Erde kennen. Der Rote Planet gehört zu den wenigen Orten in unserem Sonnensystem, an denen Wissenschaftler vielversprechende Anzeichen für das kostbare Nass gefunden haben.

In ihren Experimenten konnten die Forscher um Erik Fischer und Nilton Remo von der University of Michigan erstmals zeigen, wie flüssiges Wasser innerhalb des heutigen Mars-Klimas existieren kann.


Wie die Forscher aktuell im Fachjournal "Geophysical Research Letters" (DOI: 10.1002/2014GL060302) berichten, können schon die im Marsboden nachgewiesenen Salze Eis schmelzen lassen, wenn sie nur mit diesem in Berührung kommen. Allerdings, das zeigen die Experimente ebenfalls, können die Mars-Salze nicht selbst Wasser erzeugen, in dem sie es - wie bereits von einigen Forschern vermutet - in Form von Wasserdampf der Marsluft durch den als Deliqueszenz bezeichneten Prozess entziehen.


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"Das erstaunlichste Ergebnis unserer Experimente ist die Erkenntnis darüber, wie die vieldiskutierten Tropfen auf den Landebeinen der Laboreinheit Phoenix entstehen konnten (...wir berichteten)", kommentiert Renno.


Remo selbst gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, denen diese zunehmenden "Tropfen" aufgefallen waren. Seither streiten sich Experten darüber, ob es sich dabei um Wassertropfen handeln und ob dieses von Salzen im Marsboden aufgeschmolzen worden sein konnte.


Tatsächlich lieferte Phoenix schon einige Wochen Später den Nachweis entsprechender Salze und Mineralien (u.a. Perchlorate) in eben diesem Marsboden (...wir berichteten)


Im Falle der Tropfen auf den Phoenix-Landebeinen ist sich Renno sicher, dass die Landeraketen der Einheit die obere Bodenschicht weggeweht und so eine darunterliegende Eisschicht freigelegt und angeschmolzen haben könnten.


Auf diese Weise habe sich unter der Laboreinheit eine Salzwasserpfütze gebildet, deren Wasser beim Aufsetzten an die Beine von Phoenix gespritzt sei.: "Die Salze im Wasser erlaubten es diesem dann, auch weiterhin flüssig zu bleiben."


Die Existenz und Stabilität der auf den Phoenix-Aufnahmen dokumentierten Tropfen deutet zudem daraufhin, dass es zum Auftauen des Wasser nicht zwangsläufig ein irdisches Raumschiff benötige.


"Kleine Mengen flüssigen Wasser können selbst großflächig verteilt auf der Marsoberfläche und unmittelbar unter der Oberfläche der Polarregionen bis hinein in mittlere Breitengrade entstehen und mehre Stunden täglich in dieser Form existieren", so die Erkenntnis der Forscher.


Um mikrobiologisches Leben zu ermöglichen und zu erhalten müsse dieses Wasser zudem nicht fortwährend flüssig bleiben, da ein Tau- und Gefrierzyklus hierzu schon ausreiche. Auch auf er Erde lassen sich selbst in antarktischem Salzwasser und in mit Salzlake gefüllten gefüllten Eisspalten mikrobische Organismen finden.


"Der Mars ist der erdählichste Planet in unserem Sonnensystem", kommentiert Fischer abschließend. "Studien legen nahe, dass der Mars einst sogar noch erdähnlicher war als heute und es fließendes Wasser auf seiner Oberfläche gab. Durch die Untersuchung der Frage, wie flüssiges Wasser auf dem Mars entstehen kann, können wir eine Menge über die zahlreichen Möglichkeiten lernen, unter denen auch außerhalb der Erde Wasser entstehen kann."


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Quelle: umich.edu
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