Mittwoch, 2. Juli 2014

Yeti-DNA-Studie veröffentlicht: Kein Nachweis unbekannter Großprimaten


Symbolbild: Bigfoot-DNA (Illu.). | Copyright: grewi.de

Oxford (England) - Schon vor einem halben Jahr hat "grenzwissenschaft-aktuell.de" ausführlich über die Ergebnisse der genetischen Analyse von mehr als 30 Haar- und Gewebeproben berichtet, die angeblich von mystischen Wesen wie Bigfoot, Yeti oder deren kaukasischen Verwandten den Almasty stammen sollten. Heute wurde die dazugehörige Studie nun in einem wissenschaftliche Fachjournal veröffentlicht - und erneut verdrehen die Massenmedien das Ergebnis und die Aussage der Studie und widersprechen damit sogar den Autoren, darunter der Oxford-Genetiker Dr. Bryan Sykes.

Mit einem Aufruf zum Einsenden potentieller Gewebeproben der mysteriösen Schnee- und Waldmenschen, startete der Oxford-Humangenetiker Professor Bryan Sykes gemeinsam mit dem Direktors des Zoologiemuseums in Lausanne, Michel Sartori im Frühjahr 2013 die Studie um erstmals mit Hilfe modernster Genetik hinter das Geheimnis von Yeti, Bigfoot & Co zu kommen. Vorab wurden die Ergebnisse der Analysen dann schon im Winter 2013 im Rahmen einer TV-Dokumentation veröffentlicht, über die wir ausführlich berichtet hatten:

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Erstes Teilergebnis der Oxford-Lausanne-Bigfoot-Studie: Im Himalaya lebt unbekannte Großbärenart
Die aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" (DOI: 10.1098/rspb.2014.0161) veröffentlichte Studie bestätigt die bereits zuvor bekannt gemachten Ergebnisse:

- Allesamt aus den USA und Kanada und Russland eingesandten Proben, die die Zeugen dortigen Bigfoot bzw. Sasquatch zugeschrieben haben, stellten sich als Haare bekannter und lokaler Säugetiere oder sogar Menschen heraus. (Anm.d.GreWi-Redaktion: In keinem dieser Fälle, wurde jedoch direkt beobachtet, dass die entsprechenden Haare von einem Bigfoot verloren wurde, ...wir berichteten)


Anmerkung der GreWi-Redaktion:

Die genetische Analyse nicht nur von Knochenproben sondern heute noch lebenden Nachfahren einer angeblich einst in Kaukasus gefangen gehaltenen Almasty-Frau wird von der aktuellen Publikation nicht abgedeckt. Diese zeigte, dass diese zwar keiner unbekannten Primatenart angehörte und auch kein überlebender Neandertaler war, dafür aber aus dem subsaharischen Afrika stammte. Der Umstand der dieser Frau zugeschriebenen physiologischen Merkmale (gänzlich stark behaart, übermenschlich stark, muskulös, sowie der tatsächlich an einen Neandertaler erinnernder Schädel ihres direkten Sohnes), lässt jedoch noch viele Fragen offen (...wir berichteten).

- Auch die aus der Himalaya-Region stammenden Proben konnten zwar nicht dem sagenumwobenen "Schneemenschen" Yeti, also einer noch unbekannten Primatenart, dafür aber die Existenz einer ebenfalls noch unbekannten, wahrscheinlich heute noch im Himalaya lebenden Großbärenart - einer Art urzeitlichem Eisbären - zugeschrieben werden. Aus kryptozoologischer Sicht also eine Sensation, die auch auf die Diskussion um die biologische Möglichkeit bis heute unentdeckter Großprimaten rückwirkt.


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Wenn nun also die großen Medien titeln, die Studie beweise, dass der "Yeti (mal wieder) nur ein Bär" sei, so ist das nicht nur grundlegend falsch, sondern offenbart auch, dass entsprechende Quellen offenbar weder die wissenschaftliche Methodik und Argumentation verstanden, noch die Originalpublikation selbst gelesen zu haben scheinen.

Die Studie kann schließlich nur jene Proben beurteilen, die zur Verfügung standen. Tatsächlich hat deren Untersuchung gezeigt, dass keine dieser Proben einem Yeti, Bigfoot, Almas oder Sasquatch zugeschrieben werden konnten. Auf Frage nach der Existenz dieser Wesen über die eingereichten Proben hinaus, kann die Studie keine Antwort liefern.


Sykes, Satori und Kollegen heben diesen Umstand in ihren Schlussfolgerungen sogar deutlich hervor:


"Es ist wichtig anzumerken, dass die Abwesenheit von Beweisen kein Beweis für die Nichtexistenz (dieser Wesen) ist. Diese Studie kann die Existenz anomaler Primaten nicht widerlegen. Sie hat aber auch keine Beweise für deren Existenz erbracht.


Statt nun aber in der Position zu verharren, dass die Kryptozoologie von der Wissenschaft abgelehnt werde, müssen ihre Vertreter nun noch mehr leisten, um überzeugende Beweise für (die Existenz) ungewöhnlicher Primaten zusammenzutragen. Jetzt haben wir auch gezeigt, welche Aufwende hierfür erbracht werden müssen. Die in unserer Studie beschriebenen Techniken setzten der Jahrzehnte währenden Mehrdeutigkeit der Artenbestimmung anomaler Primaten ein Ende und einen strengen Standard für die Bewertung zukünftiger Behauptungen."


- Die vollständige Studie finden Sie HIER


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