Freitag, 8. August 2014

Drei gewaltige Vulkanausbrüche auf Jupitermond Io


Gewaltige Vulkaneruption auf Io im August 2013. | Copyright: Katherine de Kleer/UC Berkeley/Gemini Observatory

Berkeley (USA) - Im vergangenen August ereigneten sich auf dem Jupitermond gleich drei gewaltige Vulkanausbrüche innerhalb von nur einer Woche. Die Eruptionen waren so hell, dass sie sogar mit Teleskopen von der Erde aus zu erkennen waren.

"Normalerweise erwarten wir derart gewaltige Ausbrüche auf io etwa einmal alle zwei Jahre und für gewöhnlich sind die auch nicht so hell", erläutert Imke de Pater, Astronom an der University of California in Berkeley. "Hier hatten wir nun aber drei extrem helle Ausbrüche innerhalb nur einer Woche. Dieser Umstand legt nahe, dass es auf Io wahrscheinlich sehr viel öfter zu solchen Ereignissen kommt, als wir bislang vermutet hatten - wir müssen wahrscheinlich nur öfter hinschauen."


Mit einem Durchmesser von 3.630 Kilometern ist Io der innerste der vier großen Jupitermonde. Neben unserer Erde ist es der einzige Himmelskörper in unserem Sonnensystem, auf dem Vulkane extrem heiße Lava speien. Da das Schwerkraftfeld von Io vergleichsweise gering ist, erzeugt dieser Auswurf eine Art mehrere Dutzend Kubikkilometer vulkanisches Material beinhaltenden Schirm, der hunderte von Kilometern ins All hinausreichen kann.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Wie de Pater gemeinsam mit Katherine de Kleer und der Vulkanologin Ashley Davies vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA aktuell in zwei Artikeln in der Fachzeitschrift "Icarus" (DOI: 10.1016/j.icarus.2014.06.006; DOI: 10.1016/j.icarus.2014.06.016) berichteten, handele es sich um eine gänzlich neue Klasse seltener Eruptionen auf Io von ungewöhnlicher Größe und Hitzeabgabe. "Die Menge der von diesen Eruptionen abgegebenen Energie legt nahe, dass hier aus kilometerlangen Spalten im Boden gewaltige Mengen Lava in regelrechten "Vorhängen aus Feuer" aus dem Untergrund ausgetreten sind und sich wohl sehr schnell über die Mondoberfläche verteilt haben."


Die Eruptionen, so berechneten die Forscher weiter, ähneln wahrscheinlich denen, die die Oberflächen auch der noch jungen Erde und der anderen der inneren Planeten des Sonnensystems formten.



Drei Eruptionen auf Io im August 2013, beobachtet mit den Teleskopen W. M. Keck und Gemini North. | Copyright: NSF/NASA/JPL-Caltech//UC Berkeley/Gemini Observatory/W. M. Keck Observatory

Somit erhoffen sich die Astronomen anhand der Io-Ausbrüche neue Einblicke in Prozesse der Planetenbildung: "Io ist wie ein Vulkan-Labor, das uns Einblicke in die Geschichte der Planeten ermöglicht. Darüber hinaus gibt er uns eine Vorstellung davon, wie derart gewaltige Eruptionen stattgefunden haben könnten und wie lange sie dauerten", so Davies.


Zukünftig soll Io nun noch genauer beobachtet werden, um weitere Details über Vulkanismus auf dem Jupitermond herauszufinden. Zudem soll eine Karte der räumlichen Verteilung der Hitze-Ströme erstellt werden, mit der die Aufheizungs- und Abkühlungsprozesse auf Io besser zu verstanden werden sollen.


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: NASA
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE