Mittwoch, 27. August 2014

Lagarfljótsormurinn: Kommission hält Seeschlangen-Video für echt


Standbild aus dem Video. | Copyright: Hjörtur E. Kjerúlf

Fljótsdalshérao/ Island - Glaubt man jahrhundertealten Legenden wie auch modernen Augenzeugenberichten, so soll - ähnlich wie der schottischen Loch Ness - auch der See Lagarfljót im Osten Islands Heimat eines mysteriösen Seeungeheuers sein. 2012 sorgte eine Videoaufnahme eines vermeintlich schlangenartigen Wesens im eisigen Wasser eines Zuflusses des Sees für ebenso viel Aufsehen wie kontroverse Diskussionen. Jetzt hat eine Kommission der örtlichen Behörden und des Tourismusverbandes dieses Video als echten Beweis für die Existenz von Lagarfljótsormurinn - so der unaussprechliche Name des Ungeheuers - und den Kameramann mit einem zuvor ausgelobten Preisgeld ausgezeichnet. Berechtigte Zweifel am Video bleiben dennoch bestehen.

Erste Berichte über das Ungeheuer im Lagarfljót stammen aus dem Jahr 1345. Laut einer Legende soll es sich um einen großen Wurm handeln. Das Video selbst ist der letzte angebliche Beweis für die Existenz von Lagarfljótsormurinn. Aufgenommen wurde das Video am 2. Februar 2012 von Hjörtur Kjerúlf und damals auf dem Internetportal des "Icelandic National Broadcasting Service" "RUV.is" veröffentlicht (...wir berichteten).


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Wie "IcelandReview.com" berichtet, hat jetzt eine 13-köpfige Kommission des Stadtrates von Fljótsdalshérað das Video für echt erklärt und sieht darin einen Beweis für die Mythen um Lagarfljótsormurinn. Als Preisgeld für die schon seit 1997 gemeinsam mit dem lokalen Tourismusverband ausgeschriebene Suche nach Beweisen für den Seewurm erhielt Kjerúlf jetzt rund 3.300 Euro. Zugleich befürwortet die Kommission eine weitere Erforschung und Suche nach Lagarfljótsormurinn.

Kjerúlfs Video der angeblichen Seeschlange Lagarfljótsormurinn


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

+ + +GreWi-Kommentar

Betrachtet man das Video genau, so hat es zunächst tatsächlich den Anschein, als bewege sich hier ein großes wurm- bzw. schlangenartiges Tier sogar gegen die Strömung des teilweise vereisten Zuflusses.

Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass diese "Schlange" zu keiner Zeit wirklich ihre Position verändert - und dass, obwohl das Video immerhin fast 3 Minuten dauert. Überzeugen Sie sich selbst und vergleichen Sie die Position des "Kopfes" zu Beginn des Videos anhand der vereisten Ufermerkmale in der rechten Bildhälfte mit den Aufnahmen am Ende des Videos.


Interessanterweise gibt es noch ein weiteres Video, das ebenfalls Lagarfljótsormurinn zeigen soll - und auch hier entsteht zunächst der Eindruck eines sich unmittelbar unterhalb der Wasseroberfläche dahinschlängelnden Lebewesens. Doch auch hier zeigt sich nach genauerer Betrachtung, dass diese "Schlange" ihre Position im Fluss kaum verändert.


Weiteres Lagarfljótsormurinn-Video vom März 2012


Klicken sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Wir vermuten, dass es sich hierbei um ein teilweise vereistes Stück Stoff, Plastik, ein Netz, Seil oder eine Pflanze handelt, die sich am Boden verfangen hat und in der Folge an der Oberfläche in der Strömung treibt, wodurch der Eindruck einer schlängelnden Vorwärtsbewegung entsteht. Dieser Eindruck wird durch die mit der Strömung vorbeitreibenden Eisstücke noch verstärkt. In Wirklichkeit ist diese Vorwärtsbewegung jedoch nur eine optische Täuschung, wie der vergleich mit dem Ufer in beiden Videos deutlich zeigt. Das Video selbst ist zweifelsohne echt - es handelt sich also nicht um manipulierte Aufnahmen. Nur scheint das Seeungeheuer nicht aus Fleisch und Blut zu sein.


Ein Beweis für die Existenz von Lagarfljótsormurinn steht also - zumindest nach Meinung der GreWi-Redaktion - weiterhin aus. Vielleicht können jedoch die geforderten weiteren Erforschungen des Mythos dies zukünftig ändern?


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: icelandreview.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE