Donnerstag, 7. August 2014

Kurioses Simulacrum: Komet 67/P zeigt (s)ein Gesicht


Vergrößerter Bildausschnitt eines gesichtsähnlichen Oberflächendetails auf dem Kometen. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team / grewi.de

Darmstadt (Deutschland) - Das "Mars-Gesicht" war gestern. Seit heute wundert sich besonders das soziale Netz über ein menschenähnliche Antlitz auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, der seit gestern von der europäischen Raumsonde "Rosetta" in 100 Kilometern Entfernung umkreist wird (...wir berichteten). Tatsächlich handelt es sich jedoch wohl eher um ein Simulacrum-Trugbild als Ergebnis eines Spiels aus Licht und Schatten und eine Frage des Betrachtungswinkels.

Wissenschaftlich wird der Effekt, wenn wir bekannte Muster, Abbilder und Objekte in chaotischen Strukturen wie Felsformationen, Wellenbildern und Wolken zu erkennen glauben, als Pareidolie bezeichnet. Es handelt sich dabei um das Ergebnis von bewusst oder unbewusst hervorgerufenen Fehldeutungen durch das menschliche Gehirns. Denn dieses neigt dazu, diffuse und scheinbar unvollständige Wahrnehmungsbilder und -strukturen zu komplettieren und vertrauten Mustern und Formen anzugleichen und zuzuordnen.


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Dabei scheinen die Art und Gestalt der Trugbilder von der Erwartung des Gehirns abzuhängen. Der Umstand, dass besonders oft menschliche Gesichter wahrgenommen werden, basiert wahrscheinlich auf einer Art "natürlicher Alarmfunktion", die sicherstellen soll, dass der Mensch im Alltag auch sich versteckende Personen und Gesichter ausfindig machen und (wieder)erkennen kann.


Pareidolien unterscheiden sich von Apophänien und insbesondere von Halluzinationen dadurch, dass sie zum einen willentlich gesteuert werden können, und zum anderen auch dann nicht verschwinden, wenn man das vermeintliche Gesicht/Objekt angestrengt beobachtet. Einmal auf ein solches Detail und seine Deutung aufmerksam gemacht, sieht man die Pareidolien immer und immer wieder und meist schon auf den ersten Blick. Zudem stimmen die Interpretationen der Pareidolien, wie im obigen Beispiel bei der Mehrheit der Betrachter miteinander überein, wenn - wie aktuell auf 67/P von den meisten ein menschliches Gesicht und nicht etwa ein Dinosaurierbein - erkannt wird.


Tatsächlich bewirkten schon frühe Aufnahmen des ungewöhnlich geformten Kometen Assoziationen etwa mit einen Quietscheente und einige Betrachter sehen auch in der neusten Aufnahme eine Art Monster mit einem geöffneten Maul...


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