Mittwoch, 13. August 2014

Nach Hirnoperation: Frau plötzlich hyper-empathisch


Symbolbild: Emotion. | Copyright: Jiri Hodan / gemeinfrei

Saint-Etienne (Frankreich) - Seit ihrem zweiten Lebensjahr litt "Susan" - so das Pseudonym einer französischen Patientin - unter epileptischen Anfällen, die durch gezielte Medikation des rechten Schläfenlappens bis zu ihren 17 Lebensjahr erfolgreich kontrolliert werden konnten. Als diese Behandlung jedoch nicht mehr griff, entschieden sich die Ärzte für die Entfernung dieses Teil des Gehirns. Seit der Operation berichtet Susan eine verstärkte Fähigkeit entwickelt zu haben, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen. Jetzt haben französische Neurologen und Mediziner den Fall Susan genauer untersucht und diesen Zustand bestätigt – obwohl genau ein Teil jener Hirnregion entfernt wurde, der gerade für Empathie mitverantwortlich sein soll.

Neben der sogenannten Hyper-Empathie beschreibt Susan auch Symptome, die auch auf eine Hypersensibilisierung hindeuten, wenn sie etwa wortwörtlich spürt, wie sich ihr "Herz umdreht", wenn sie emotional mitgenommen wird, wenn sie gute Freunde wieder trifft oder etwa von fiktiven Filmen berührt wird.


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Wie das Team um Aurélie Richard-Mornas, Neurologin am Centre Hospitalier Universitaire des Hôpital de la Charité aktuell um Fachjournal " Neurocase: The Neural Basis of Cognition" (DOI: 10.1080/13554794.2013.826695) berichten, ist Susan heute 37 Jahre alt und wurde einer systematischen Untersuchung und neuropsychologischen Tests unterzogen.


Hierbei kamen sie zu dem Schluss, dass Susan die gesteigerte Fähigkeit besitzt, die Gefühle und Emotionen anderer wahrzunehmen und zugleich gesteigert intensiv auf die Emotionen anderer zu reagieren.


Besonders interessant sei dieser Umstand, da sich diese Fähigkeit erst nach der Entfernung genau von einem Teil jener Hirnregionen eingestellt haben, die - als Teil eines neuralen Netzwerks - zusammen mit dem präfrontalen Kortex gerade für die Wahrnehmung und das Verstehen der Bewusstseinszustände und Gefühle anderer mitverantwortlich ist:


"Der vorliegende Fall legt nahe, dass es bei unserer Patientin zu einer neue dauerhafte Organisation des Kortex (der Hirnrinde) und jener Areale gekommen ist, die für die Verarbeitung von Aufmerksamkeits- und Emotionsbezogenen Prozessen verantwortlich sind, und dass diese Prozesse auch zu einer Verstärkung der Empathie (bei Susan) geführt haben", so die Autoren des Fachartikels.


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Quelle: tandfonline.com/toc
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