Mittwoch, 27. August 2014

Neue Theorie zum Pyramidenbau: Haben die Alten Ägypter die Pyramidensteine gerollt?


Archivbild: Die Cheopspyramide. | Copyright: A. Müller, grewi.de

Terre Haute (USA) - Mit einer neuen Theorie darüber, wie die Alten Ägypter die massiven Steinblöcke zum Bau der Pyramiden auf der Baustelle von einem zum anderen Ort transportiert haben könnten, sorgen derzeit zwei US-Physiker für Aufsehen. Laut ihrer Studie könnten die Steinquader viel einfacher gerollt als auf Schlitten gezogen worden sein. Notwendig hierfür wäre lediglich ein Rundholzrahmen gewesen.


Wie Dr. Joseph West und G. Gallagher von der Indiana State University und K. Waters Michigan Technological University in ihrem vorab auf arXix.org veröffentlichten Artikel erläutern, würde ein Holzrahmen aus jeweils drei, auf jeder Seite eines Steinquaders festgezurrten Rundhölzern den eigentlich kaum zu rollenden Quader in ein 12-seitiges Objekt verwandeln, dass nun statt gezogen werden zu müssen, vergleichsweise gut und einfach gerollt werden kann.


"Während ein vierseitiges Prisma nur schwer gerollt werden kann, kann die Anzahl der Seitenflächen durch den Holzrahmen vergleichsweise einfach vervielfacht werden", so die Forscher. "Mit einem Seil an einer (oder mehreren) der Seiten, kann die Konstruktion dann von einem Team von Arbeitern vergleichsweise leicht und effektiv sogar in entgegengesetzte Richtungen gerollt werden."


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Ein in 12 Rundhölzer eingepackter Versuchquader wird zu einem 12-seitigen Prisma. | Copyright/Quelle: West, Gallagher u. Waters / arxiv.org

Für die Forscher handelt es sich bei diesem Prinzip um eine der wahrscheinlich effektivsten Methoden für den Transport derart großer Steinquader. Zudem vermeide diese Methode die enorm große Reibung, wie sie durch das Ziehen der Quader auf Holzschlitten auf dem Wüstensand entsteht.

Erst kürzlich hatten niederländische Physiker eine Eigenschaft von feuchtem Sand entdeckt, die den Alten Ägyptern den Transport der tonnenschweren Steinblöcke zum Bau der Pyramiden und Kolossalstatuen mittels Schlitten deutlich erleichtert und die hierfür notwendige Arbeitskraft sogar halbiert haben könnte (...wir berichteten).


Im Vergleich zu ihrer Theorie verweisen die US-Forscher nun jedoch darauf, dass hierzu schlussendlich große Mengen an Wasser notwendig gewesen wären, aber nicht alle bekannten Pyramidenbauten an Meeres- oder Flussufern zu finden seien.


Der Vorteil der Theorie der niederländischen Wissenschaftler liegt allerdings in dem Umstand, dass es für sie archäologische Beweise, etwa in Form einer Darstellung eines Kolosstransports auf einem Wandgemälde im Grab des Djehutihotep gibt.



Detail aus der Darstellung eines Kolosstransports auf einem Wandgemälde im Grab des Djehutihotep. | Copyright/Quelle: Public Domain (Bearb. grewi.de)

Derartig historische Belege dafür, dass die Ägypter ihre Steinquader zu 12-seitigen Prismen umgewandelt haben, steht hingegen bislang gänzlich aus.


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