Dienstag, 12. August 2014

Überraschende Entdeckung: Das Mondinnere ist heiß und wahrscheinlich flüssig


Künstlerische Darstellung des Mondinneren, auf der Grundlage der Auswertung von Positions- und Schwerkraftmessungen unterschiedlicher Mondsonden wie Kaguya und Chang'e. | Copyright: NAOJ

Tokio (Japan) - Neuste Auswertungen der Daten unterschiedlicher Mondsonden haben japanische Forscher zu einer überraschenden Entdeckung geführt: Das Innere des Mondes ist weder kalt noch geologisch tot. Stattdessen ist die Gesteinsschicht direkt um den Kern des Erdtrabanten so heiß, dass sie wahrscheinlich sogar geschmolzen ist. Die Ursache hierfür sehen die Forscher in der Gezeitenkraft der Erde.

Wie das Team um Junichi Haruyama von der japanischen Weltraumagentur JAXA und Yuji Harada von der China University of Geosciences aktuell im Fachjournal "Nature Geoscience" (DOI: 10.1038/ngeo2211) berichtet, galt der Werdegang des Mondes bislang als bekannt: Nachdem der Trabant seine ursprüngliche Hitze vergleichsweise schnell verloren hatte, kühlte sein Inneres bis in den Kern hinein ab, da seine Größe nicht ausreichte, um seine innere Wärme aufrecht zu erhalten oder eigene Wärme zu erzeugen. "Aus diesem Grund dachte man bislang auch, dass alle vulkanische Aktivität auf dem Mond längst zum Stillstand gekommen ist."


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Die neue Auswertung der Positions- und Schwerkraftdaten der Sonden zeigen, dass ähnlich wie die Anziehungskraft des Mondes auf der Erde Ebbe und Flut hervorruft, umgekehrt auch die Schwerkraft der Erde kleinste, periodische wiederkehrende Verformungen des Mondes verursacht.


Grafische Darstellung der Auswertung der Daten zur Struktur des Mondinneren. | Copyright: NAOJ

Während die bisherigen Daten im Innern des Mondes einem festen und erkalteten eisenhaltigen Kern und einen ebenfalls festen und kalten Mantel aus Gestein vermuten ließen, zeigen die neusten Datenauswertungen, dass der äußerste Bereich des Mondkerns sowohl heiß als auch wahrscheinlich sogar geschmolzen ist. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Mond noch nicht kalt und erhärtet ist, sondern immer noch warm", so Haruyama.


Warum jedoch die so erzeugte Energie im gesamten Mondinnern nicht gleichmäßig in Wärme umgewandelt wird, ist bislang jedoch noch unklar. Von weiteren Untersuchungen erhoffen sich die Forscher nun nicht nur Antworten auf noch offene Fragen danach, ob und wie diese Prozesse auch die Bewegung des Mondes relativ zur Erde beeinflusst haben könnten sondern auch neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung des Erdtrabanten.


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Quelle: nao.ac.jp
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