Montag, 25. August 2014

Unbekannte und verschollene Maya-Städte im Urwald entdeckt


Eine von mehren neuentdeckten Maya-Pyamiden im Dschungel von Campeche. | Copyright: Ivan Sprajc

Ljubljana (Slowenien) - Im tiefen Urwald des mexikanischen Bundesstaates Campeche auf der Halbinsel Yucatan haben Archäologen Ruinen zweier Maya-Städte entdeckt. Neben zahlreichen überwucherten Tempeln und Palästen gehört ein gewaltiges Steintor in Form eines Ungeheuers mit geöffnetem Maul zu den beeindruckendsten der freigelegten Monumenten.

Wie der Expeditionsleiter Ivan Sprajc von der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste gegenüber "DiscoveryNews" berichtet, befinden sich die Fundorte im bislang kaum erkundeten Umland der Maya-Stadt Chactún, die der Archäologe erst 2013 entdeckt hatte (...wir berichteten). Anhand des architektonischen Stil ordnen die Forscher die beiden Städte in die späte klassische Periode der Maya zwischen 600 und 1.000 n.Chr.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Besonderes Merkmale einer der Städte, Lagunita, ist ein monumentales Steintor in Form eines Erd-Ungeheuers mit geöffnetem Maul. Schon in den 1970er Jahren hatte der US-Archäologe Eric von Euw die Fassade entdeckt, doch ihre genaue Position war bislang nicht bekannt.


Monumentales Steintor als symbolischer Eingang in die Maya-Unterwelt. | Copyright: Ivan Sprajc

"Das Tor stellt die eine Erd- und Fruchtbarkeitsgottheit der Maya da und symbolisiert den Eingang in einer Höhle, die wässrige Unterwelt der Ahnen", so Sprajc.


Vor Ort fand das Team um den Archäologen eine Anzahl mächtiger Paläste, die um vier Hauptplätze platziert sind. Daneben gibt es einen Ball-Platz und eine Tempelpyramide von 20 Metern Höhe. Weitere Steinstelen und Altäre zeigen teilweise gut erhaltene Skulpturen, Reliefs und Hieroglyphen.


Laut einer erste Übersetzung durch mexikanische Archäologen besagt eine Inschrift, dass diese am 29. November 711 vom "Herren der 4 Katuns" (Katun ist eine Einheit des Maya-Kalenders und beschreibt eine 20-jährigen Periode) erschaffen wurde. Leider ist der Rest des Textes, aus dem auch der Name des Stadt-Herrschers und wahrscheinlich der seiner Frau hervorgehen würde, stark verwittert.


Zum Thema

Anhand der monumentalen und reichhaltig verzierten Architektur vermuten die Archäologen, dass Lagunita einst der Sitz eines einflussreichen und mächtigen Herrschergeschlechts war. Ob es auch Verbindungen zum etwa 10 Kilometer entfernt im Norden gelegenen Chactún gab, ist bislang noch unbekannt.

Auch die zweite, von Sprajc entdeckte Stadt, die auf den Maya-Namen Tamchen (tiefe Quelle) getauft wurde, ist kaum weniger imposant. Hier fanden die Forscher mehr als 30 sogenannte Chultuns, also flaschenförmige Untergrundkammern, die hauptsächlich als Wasserreservoire dienten.



Eingang in eines von mehr als 30 Chultuns. | Copyright: Ivan Sprajc

"Einige dieser Chultuns sind mit bis zu 13 Metern ungewöhnlich tief", so der Archäologe. Auch in Tamchen gruppieren sich große Gebäude um mehrere Plätze. Darunter eine Art Akropolis, Tempel und eine Pyramide mit einem gut erhaltenen Heiligtum samt Stele auf der oberen Plattform und einem am Fuß der Pyramide ausgegrabenen Altar.


"Beide Städte werfen neue Fragen über die Vielfältigkeit der Maya-Kultur und über jene Rolle auf, die diese, bislang kaum erforsche Region in der Maya-Geschichte und für die politischen Strukturen spielte", so Sprajc abschließend.


Erst im vergangenen Juni wurde das Biosphärenreservat Calakmul, in dem der Archäologe seine jüngsten Entdeckungen machte, in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Chactún: Vergessene Maya-Stadt in Campeche entdeckt 21. Juni 2013
Mexiko: Archäologen finden fast 5.000 Höhlenmalereien einer unbekannten präkolumbianischen Kultur 31. Mai 2013
Radiokarbondatierung kalibriert Maya-Kalender mit neuzeitlich-westlichem Kalender 13. April 2013

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: news.discovery.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE