Donnerstag, 14. August 2014

Rätsel um "verschwunden Kornkreis": Mais-Kreis richtet sich innerhalb von nur 3 Tagen nahezu vollständig wieder auf


Entdeckt am 16. Juli 2014: Einzelkreis von 7 Metern Durchmesser in einem Maisfeld Nahe Etten Leur in der Provinz Noord-Brabant. Die Pflanzen waren unmittelbar über dem Boden niedergelegt und waren stark in Kreisrichtung verbogen. | Copyright/Quelle: Roy Boschman, robbertvandenbroeke.nl

Etten-Leur (Niederlande) - Ein am 16. Juli 2014 nahe Etten-Leur in der niederländischen Provinz Noord-Brabant entdeckter, nur wenige Meter durchmessender Kornkreis in einem Maisfeld sorgt erneut für Aufsehen: Nur drei Tage, nachdem der Kreis, in dem die bereits nahezu ausgewachsenen bis zu 2,5 Meter hohen Maispflanzen fest zu Boden gelegt waren, erstmals entdeckt wurde, hatten sich die unbeschädigten Pflanzen fast vollständig wieder aufgerichtet. Der einstige Kornkreis war danach fast nicht mehr zu erkennen. Kornkreisforscher aber auch Pflanzenexperten stehen angesichts der Details vor vielen Fragen.


Detailaufnahmen der sichelförmig verbogen, den Kreis bildenden niedergelegten Maispflanzen am 16. Juli. | Copyright/Quelle: Roy Boschman, robbertvandenbroeke.nl




Aufnahmen vom 19. und 22. Juli 2014: Der Kreis ist kaum mehr zu erkennen. | Copyright/Quelle: Roy Boschman, robbertvandenbroeke.nl, Ronald Sikking, BLTresearch.com


"Jahreslang gab es diesen Witz unter uns Kornkreisforschern, dass wir an einem Tag einen Kornkreis entdecken würden und wir am nächsten Tag das Feld wieder unbeschadet und ohne Kornkreis vorfinden würden. 'Disappering Crop Circles' (verschwindende Kornkreise) war das scherzhafte Stichwort", erinnert sich der deutsche Kornkreisforscher Andreas Müller angesichts des Mais-Kreises in Etten-Leur. "Genau eine solche Situation scheint nun vorzuliegen. Eine Situation, in der die vorhandenen Umstände und Details natürliche Aufrichtungsprozesse nur schwer als alleinige Erklärung dienen. Jetzt geht es darum, diesen Fall so gut wie möglich zu untersuchen, um zu verstehen, was genau hier vor sich ging."

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Genau diese Dokumentation, Untersuchung und Bewertung hat sich die Kornkreis-Forschungsinstitution "BLT Research Inc." auf die Fahnen geschrieben und angesichts des ungewöhnlichen Falls Biologen und Pflanzenexperten konsultiert.

"Der kanadische Agronom und Getreide-Berater Mervy Erb (Agri-Solve Inc.) sowie der emeritierte Professor für Agronomie und Pflanzenkunde Dr. Lou(is) Greub von der University of Wisconsin at River Falls glauben nicht, dass alleine natürliche Wiederaufrichtungsprozesse wie Phototropismus (Anm.d.GreWi-Redaktion: Das Bestreben niedergelegter Pflanzen sich wieder entgegen der Lichtquelle/Sonne aufzurichten) erklärt werden können", berichtet die BLT-Präsidentin Nancy Talbott. "Der Grund hierfür ist die bereits am ersten Tag dokumentierte starke Krümmung der Pflanzen ohne jegliche Schäden und die Tatsache, dass die Pflanzen - besonders jene entlang des Kreisrandes und im Kreiszentrum - unmittelbar über dem Boden niedergelegt waren und die Wurzeln von vielen dieser Pflanzen durch diesen Prozess teilweise freigelegt worden waren."





Dateilaufnahmen der unmittelbar über dem Boden niedergelegten Maispflanzen am 16. Juli 2014. | Copyright/Quelle: Roy Boschman, robbertvandenbroeke.nl

Zudem hatte der Mais zur Entstehungszeit des Kornkreises bereits die Bestäubungsphase erreicht, zu der das vertikale Wachstum endet, damit die Pflanzen von nun an alle Energie in die Entwicklung der Maiskolben stecken kann.


Angesichts der schon am ersten Tag nach der Entdeckung des Kreises dokumentierten, sichelförmig gebogenen, niedergelegten Pflanzen zeigte sich Pflanzenexperte Erb sprachlos. Obwohl er schon seit vielen Jahren täglich mit einer Vielzahl von Maissorten und Problemstellungen, habe er eine solche Situation noch nicht erlebt und könne sich "auch nicht vorstellen, welche Kraft eine solche Biegung der Pflanzen hervorrufen könne, ohne die festen und brüchigen Pflanzen zu beschädigen oder gar zu brechen."





Detailansicht der gebogenen und sich wiederwiedr aufgerichteten Maispflanzen des Kornkreises. | Coypright: Roy Boschman, robbertvandenbroeke.nl, BLTresearch,com 

Für Dr. Greub war besonders der Umstand von Interesse, dass gerade die Pflanzen am Kreisrand und im Kreiszentrum ursprünglich vollständig zu Boden gelegt waren - ihr Drehpunkt also unter Bodenniveau lag. "Bei derart großen (2,5 m) und schweren Pflanzen, würde ein vergleichsweise großes Gewicht auf diesen Drehpunkten, an denen die Pflanze aus dem Boden austritt, lasten. Und dennoch sehen wir an diesen Punkten keine Abnutzungen oder Quetschspuren, die auf irgendeine Art von mechanischem Druck hindeuten würden."


Gegenbeispiel: Eindeutige Brüche, und Kratzspuren an Pflanzen in einem 2008 mechanisch angelegten Kornkreis nahe Avebury in England. | Copyright: Charles Mallet

Die Experten geben aber auch zu bedenken, dass auch Tropismus für einen Teil der Wiederaufrichtung verantwortlich sein könnte: "Da die Pflanzen (zur Entstehungszeit des Kreises) noch ihre Quasten trugen, kann es in dieser Phase noch etwa eine Woche lang zu vertikalen Wachstumsprozessen kommen, bis die Pflanzen diese einstellen und alle Kraft in die Kolben stecken." Allerdings sei der Umstand, dass der einst niedergelegte Kreis schon nach nur drei Tagen wieder nahezu gänzlich "ausgewachsen" sei, nur schwer alleine durch diese natürlichen Prozesse zu erklären.



Zum Vergleich: Eine 2,5 Meter hohe Kontrollpflanze (links) und eine der gebogenen Pflanzen aus dem Kreis (rechts). | Copyright: Roy Boschman

Da keiner der beiden hinzugezogenen Agrar- und Pflanzenexperten bislang derart ausgeprägte Wiederaufrichtungsprozesse an Pflanzen in derart fortgeschrittenem Wachstumsstadium innerhalb von nur drei Tagen bekannt sind, haben Erb und Greub eine Kontrollstudie vorgeschlagen. Diese sei "wohl der einzige Weg, um Phototropismus als alleinige Quelle des Wiederaufrichtens dieses Maiskreises gänzlich ausschließen zu können." Da aber keiner der beiden Experten eine Vorstellung davon hat, wie entsprechende Pflanzen derart stark gekrümmt werden können, wie dies schon bei der Entdeckung des Kreises festgestellt wurde, ohne dass die Pflanzen dabei brechen, sei es zugleich "schwer eine Methode zur Durchführung einer verlässlichen Kontrollstudie zu entwickeln."


Neben den objektiv vorhanden physischen Veränderungen an den Pflanzen, berichteten die Entdecker des Kreises mit der Erstbegehung Schwindelgefühle in dessen Innern. Auch die Bildschirmanzeige eines Mobiltelefons habe im Innern des Kreises ungewöhnlich geflackert. Darüber hinaus versuchten lokale Kornkreisforscher am 19. Juli 2014 (also drei Tage nach Entdeckung) mit einer Drohne Luftbilder des Kreises zu machen - ohne Erfolg: Während die gleiche Technik noch zuvor über zwei weiteren, ebenfalls am 16. Juli in der Gegend entdeckten Kornkreisformationen problemlos funktionierte, verweigerte die Drohnen-Kamera über dem Maiskreis zunächst jegliche Funktion. "Derartige Probleme mit technischen Geräten, aber auch die Schwindelgefühle gerade in neu entstandenen, echten Kornkreises sind bekannt und wurden schon vielfach berichtet und beschrieben", kommentiert Müller. "Interessanterweise sind es ähnliche Erscheinungen wie sie mit elektromagnetischen Feldern assoziiert werden. Von diesen wiederum nehmen einige Kornkreisforscher an, dass sie Teil der Entstehungsprozesse "echter" - also nicht von Menschen mechanisch angelegter - Kornkreise sind, da Veränderungen an den Pflanzen aus einigen Kornkreisen etwa mittels Mikrowellen reproduziert werden konnten."


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"Doch selbst wenn Tropismenen das fast vollständige Auswachsen des Kreises erklären könnten, so wäre auch dieser Umstand alleine angesichts der dicken und leicht brüchigen Maispflanzen ein wichtiges Beleg dafür, dass dieser Kreis nicht mit mechanischen mittel angelegt wurde", so Müller. "Jeder, der einmal versucht eine vergleichbare Maispflanze zu Boden zu drücken oder in vergleichbarer Weise zu biegen, wird sehen, welchen Schaden er unweigerlich an diesen Pflanzen verursacht."

- Den vollständigen BLT-Bericht zu diesem Fall finden Sie HIER


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