Mittwoch, 13. August 2014

Wolken über nördlichen Methanseen: Sommer auf Saturnmond Titan

Animated sequence of Cassini images shows methane clouds moving above the large methane sea on Saturn's moon Titan
Wolkenbewegung über dem Ligeia Mare auf dem Saturnmond Titan, aufgenommen von der Cassini-Sonde Ende Juli 2014. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Pasadena (USA) - Neuste Aufnahmen der NASA-Saturnsonde "Cassini" zeigen Wolken, die über die Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen auf der Nordhalbkugel des Saturnmondes Titan hinwegziehen. Die neuerliche Wetteraktivität deuten Exometeorologen als eines der schon zuvor anhand von Klimamodellen des Saturntrabanten vorhergesagten Anzeichen für den einsetzenden nördlichen Sommer und damit einhergehender Stürme auf Titan.

Wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA berichtet, stammen die neuen Aufnahmen der über die nördlichen Titanseen dahinziehenden Wolken von Ende Juli und zeigen die Wolkenbewegung und Verwehung über einem der großen Methanseen, dem Ligeia Mare, über einen Zeitraum von etwas mehr als zwei Tagen. Messungen der Wolkenbewegung sprechen dafür, dass diese Wolken sich mit 3 bis 4,5 Metern pro Sekunden bewegen.


Mehrere Jahre schon beobachten Astronomen mit Hilfe der Cassini-Sonde Wolkenaktivität über der Südpolregion von Titan. Zwar konnten schon mit dem über der nördlichen Hemisphäre des Mondes einsetzenden Frühling erste Wolken beobachtet werden. Dann jedoch fegte 2010 ein gewaltiger Sturm über die niedrigen Breitengrade des Titan, wonach nur noch wenige vereinzelte Wolken beobachtet wurden. Das Ausbleiben von Wolken hatte die Experten seither vor ein Rätsel gestellt - sagten die Klimasimulationen doch eine mit dem Titan-Sommer einhergehende Wolkenzunahme über den nördlichen Breiten voraus.


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Da ein Jahr auf Titan rund 30 Erdenjahren entspricht und jede Jahreszeit etwa sieben Jahre andauert, mussten sich die Titan-Astronomen um die Cassini-Wissenschaftlerin Elizabeth Turtle vom Applied Physics Lab an der Johns Hopkins University etwas gedulden.


Die Beobachtung jahreszeitlicher Veränderungen auf Titan wird auch zukünftig eines der Hauptziele des Cassini-Mission sein, wenn mit dem Sommer im Norden, auf der Südhalbkugel die auch auf Titan dunklen Jahreszeiten einsetzen.


Zum Thema

Titan ist der größte der 62 Saturnmonde und unterscheidet sich von allen anderen Monden in unserem Sonnensystem nicht zuletzt durch seine mit der Dichte einer Planetenatmosphäre vergleichbare Gashülle. Darüber hinaus ist es neben der Erde der einzige Himmelskörper in unserem Sonnensystem, auf dem Flüsse, Meere und Seen die Oberfläche prägen und es einen planetaren atmosphärischen Flüssigkeitskreislauf mit Regen und Schnee gibt. Allerdings regnet auf Titan kein Wasser in Seen und Flüsse, sondern flüssige Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan. Zudem vermuten Wissenschaftler einen Ozean aus flüssigem Wasser, der unter der frostigen Oberfläche des Titan verborgen liegt und aus dem heraus Eisvulkane die Oberfläche mitgestalten. Alles in allem zählt der Saturnmond somit zu den interessantesten Kandidaten nach außerirdischem Leben in unserem Sonnensystem.

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Quelle: NASA/JPL
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