Donnerstag, 11. September 2014

Archäologen finden "Super-Henge" unweit von Stonehenge


Die heutigen Reste der Durrington Walls, in unmittelbarer Nähe zu Woodhenge (s. kleine Kreisanlage u.) und Stonehenge (nicht mehr auf dem Bildausschnitt). | Quelle: Google Earth

Birmingham (England) - Im Rahmen der Bodenerkundungen des Stonehenge-Areals haben Archäologen auch die nahe des Steinkreis gelegene Ringwallanlage der Durrington Walls untersucht. Bislang war lediglich bekannt, dass es sich um einen ovalen Wall gehandelt hatte, dem ein Graben vorgelagert war. Jetzt zeigen die Vermessungsdaten mit Bodenradar, dass auch diese Henge-Anlage in einer frühen Bauphase von einer Reihe massiver Pfosten oder Steinen umgeben war. Damit könnte Durrington Walls zu den größten derartigen Bauwerken überhaupt zählen.

Während Stonehenge selbst zwar aufgrund seiner imposanten Steintore das wohl bekannteste Henge-Bauwerk ist, ist es bei weitem nicht der größte Steinkreis. Mit einem äußeren Durchmesser des markanten einst vollständig geschlossenen Decksteinringes von gerade einmal 33 Metern, wird er bei Weitem Durchmesser des ehemals äußersten Steinkreises von Avebury mit ganzen 427 Metern und einem Umfang von 1.200 Metern übertroffen.


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Der jetzige Nachweis von bis zu 60 an die 3 Meter hohen Blöcken, die einst die Anlage der Durrington Walls einschloss, macht diese Henge-Konstruktion mit einem Umfang von mehr als 1.500 Metern zur wahrscheinlich größten derartigen Anlage nicht nur in England, sondern auch weltweit. Aus diesem Grund sprechen die Archäologen um Professor Vincent Gaffney von der University of Birmingham, der die Untersuchungen im Rahmen des "The Stonehenge Hidden Landscapes Project" (...wir berichteten) gemeinsam mit dem österreichischen Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology leitete, auch bereits von einem "Super-Henge".

Zudem fanden die Forscher Hinweise darauf, dass sich auch im Innern bzw. unter den heute noch vorhandenen Durrington Walls große Steine oder Holzquader befinden. Zusammengenommen erklärte Gaffney gegenüber der BBC, dass diese Funde nun ein völlig neues Bild von der Bedeutung und den Bauphasen der Durrington Walls zeichnen.


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Quellen: birmingham.ac.uk, BBC
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