Mittwoch, 1. Oktober 2014

Auch Delfine haben einen Magnetsinn


Archiv: Delfine. | Copyright: Embassy, CC-BY-SA 3.0

Rennes (Frankreich) - In Experimenten haben französische Biologen und Verhaltensforscher aktuell belegt, dass auch Delfine über einen Magnetsinn verfügen: Kommen sie in die Nähe magnetischer Objekte, verhalten sie sich anders als sonst. Die Erkenntnis könnte Aufschlüsse über das Wanderverhalten der Wale und über deren mysteriöse Strandungen geben.

Wie das Team um Dorothee Kremers von der Université de Rennes aktuell im Fachjournal "The Science of Nature" (DOI: 10.1007/s00114-014-1231-x) berichtet, haben sie ihre Theorie in Experimenten mit Delfinen in einem Aquarium getestet und bestätigt.

Wie auch bei anderen magnetsinnigen Tierarten, so vermuteten die Forscher auch bei der Ordnung der Wale (Cetacea), dass der Magnetsinn eine wichtige Rolle zur Orientierung und Navigation der Tiere auf ihren Wanderungen aber auch für das Phänomen der Walstrandungen spielen könnte.


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In einem unter Wasser verankerten Fass hatten die Forscher einen stark magnetisierten Eisenblock platziert, während in einem anderen, äußerlich identischen Fass ein entmagnetisierter Block verborgen war. Für das Echolot der Tiere waren beiden Fässer nicht zu unterscheiden.

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Während des freien Schwimmens beobachteten die Forscher dann das Verhalten von sechs Tieren, wenn diese in die Nähe der Fässer kamen. Zudem wussten weder die menschlichen Beobachter noch die Auswerter der simultan aufgezeichneten Videos, welches der beiden Fässer das magnetische war und welches nicht.

Die Auswertungen der Beobachtungen und Videoaufzeichnungen zeigten, dass sich die Delfine dem stark magnetisierten Fass deutlich schneller näherten als dem entmagnetisierten Fass.


Allerdings stellten die Forscher auch fest, dass von den Fässern bzw. dem magnetisierten Fass keine weitere Attraktion auf die Tiere auszugehen schien. Offenbar, so vermuten die Autoren des Fachartikels, waren die Delfine eher interessiert als dass sie sich physisch zu dem magnetisierten Fass hingezogen fühlen.


"Auch Delfine sind also in der Lage, Objekte anhand ihrer magnetischen Eigenschaften voneinander zu unterscheiden. Dies ist eine Grundvoraussetzung für eine auf Magnetsinn beruhende Navigation", so Kremer abschließend. "Unsere Ergebnisse erbringen neue, experimentell erbrachte Beweise dafür, dass Wale über einen solchen Magnetsinn verfügen und sie so in die Liste der magnetsensitiven Arten aufgenommen werden sollten."


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Quelle: springer.com
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