Montag, 15. September 2014

Landeplatz für Kometensonde Philae steht fest

 http://dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/bilder/portal/portal_2014_3/Philae_ESA_Rosetta_LandingSite_primary.jpg
Landestelle J auf der "Kopfseite" des zweiteiligen Kometen Churyumov-Gerasimenko (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen): | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team, et al.

Darmstadt (Deutschland) - Am 11. November 2014 soll die Kometen-Sonde Rosetta mit der Landeeinheit Philae erstmals einen Lander auf der Oberfläche eines Kometen Absetzten. In einem zweitägigen Auswahlverfahren hat sich das Landerteam unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde nun unter fünf möglichen Kandidaten der "Landeplatz J" auf dem Kopf des zweiteiligen Kometen Churyumov-Gerasimenko ausgewählt.

Wie die Forscher um den Projektleiter für Lander Philae, Dr. Stephan Ulamec, berichten, sei der Komet zwar schöne, zugleich sehr extreme Welt und von daher wissenschaftlich spannend", habe aber eine Form, die für die Landung eine große Herausforderung darstelle. "Keiner unserer fünf Kandidaten hat daher zu 100 Prozent alle Kriterien erfüllt, aber 'Landplatz J' ist eindeutig die beste Lösung." Dieser sei zwar abwechslungsreich, weise aber eine nicht zu sehr zerklüftete Landschaft mit einer guten Beleuchtung durch die Sonne und kaum steilen Hängen auf.


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Rund sieben Stunden werde es dauern, bis Philae nach der Trennung von der ESA-Sonde Rosetta auf der Oberfläche von Churyumov-Gerasimenko aufsetzen und somit zum ersten Mal überhaupt ein Landegerät auf einer Kometenoberfläche stehen werde, erläutert die Pressemitteilung des DLR. "Eine Zeitspanne, die es den Ingenieuren und Wissenschaftlern ermöglicht, nicht zu viel Energie beim Abstieg zu verbrauchen und so unverzüglich nach einem ausgeklügelten Plan alle zehn Instrumente auf Philae in Betrieb zu nehmen. Während dieser so genannten 'First Science Phase' wird der Lander, der aus dem 'Lander Control Center' des DLR in Köln gesteuert, betrieben und überwacht wird, über seine Batterien gespeist. Anschließend sorgen durchschnittlich sieben Sonnenstunden pro Kometentag dafür, dass sich seine Batterien immer wieder aufladen - deshalb legte das Team großen Wert darauf, dass Philae an einem sonnigen Standort landet. Wissenschaftlich interessant ist die Region vor allem durch die Aktivitäten des Kometen auf seinem Weg in Richtung Sonne: In der Nähe der Landestelle J befinden sich Vertiefungen, die bereits jetzt aktiv sein könnten."

In den kommenden Wochen wollen die Wissenschaftler den Landeplatz nun ausführlich und aus größerer Nähe untersuchen und immer exaktere Flugbahnberechnungen für Orbiter und Lander erstellen. Sollte sich dabei zum Beispiel herausstellen, dass das Gelände innerhalb der Landeregion deutlich zerklüfteter ist als erwartet oder extremes Ausgasen des Kometen an diesem Ort eine Landung gefährden, hat sich das Landerteam für Landestelle C als zweite Wahl entschieden. Auch dieser Landeplatz, der sich auf dem größeren Teil, dem Körper, des Kometen, befindet, liegt in relativ flachem Terrain und hat ausreichend Sonnenlicht.


"Die übrigen Landeplätze I, B und A, die in der engeren Auswahl waren, fielen bei der Entscheidung heraus, weil sich bei den detaillierten Analysen herausgestellt hatte, dass sie einige der Kriterien nicht ausreichend erfüllten", erläutert das DLR weiter. "So wurden auf den Nahaufnahmen aus rund 30 Kilometern Entfernung deutlich, dass Landeplatz B im Inneren einer kraterähnlichen Struktur mehr größere Brocken liegen als zunächst angenommen."


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