Dienstag, 16. September 2014

Lebendes Meeresplankton außerhalb der Internationalen Raumstation? Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt bestätigt Entdeckung von Mikroorganismen auf der Außenseite der ISS


Die Internationale Raumstation ISS. | Copyright: NASA

Köln (Deutschland) - Kaum einen Monat ist es her, dass die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS mit einer Meldung international für Aufsehen Rätselraten sorgte, als sie verkündete, russische Kosmonauten hätten auf der Außenseite der Internationalen Raumstation (ISS) lebendes Plankton und andere, hier sogar gedeihende Mikroorganismen entdeckt. Da zur Entdeckung bislang keine Fachpublikation vorliegt und der Fund offenbar nicht den US-amerikanischen Kollegen mitgeteilt worden war, bezweifelte selbst die NASA die Meldung in einer offiziellen Stellungnahme. Jetzt liegt "grenzwissenschaft-aktuell.de" erstmals eine die Entdeckung zumindest teilweise bestätigende Erklärung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vor.

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Noch Ende August hatte NASA-Sprecher Dan Huot gegenüber "Space.com" erklärt, dass der NASA bislang von den russischen Kollegen noch keine offizielle Bestätigung über Meeresplankton auf der ISS-Außenhaut vorliegen würde: "Die Russen haben tatsächlich Proben von den Außenseiten eines Fensters des russischen Segments und der Außenhülle der ISS entnommen, um diese auf Ablagerungen zu überprüfen, die entweder die Sicht oder die Struktur beeinträchtigen könnten." Bei derartige Ablagerungen handele es sich jedoch um Rückstände der Raketentriebwerke der Station. "Wir kennen derzeit die Quelle der Behauptung, dass dabei Meeresplankton gefunden wurde, nicht." (...wir berichteten)

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Nachdem die Redaktion von "grenzwissenschaft-aktuell.de" (GreWi) zunächst vermutet hatte, dass es sich bei der ursprünglichen Meldung um eine Vermischung von Fakten - eben der Entnahme von Proben von der Außenseite der ISS und einem kontrollierten biologischen Experiment zum Überleben von Mikroorganismen gehandelt haben könnte, waren wir weiterhin bei verschiedenen Stellen, unter anderem der europäischen Raumfahrtagentur ESA, um eine direkte Klärung der Situation bemüht - bislang jedoch leider ohne Erfolg.

Ähnlich um eine konkrete Antwort bemüht war auch GreWi-Leserin Tanja Wulff und kontaktierte hierzu das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) via Facebook und erhielt nun von DLR-Sprecherin Alisa Wilken nun folgende Antwort :

"Russische Kosmonauten haben bei einen Außenbordeinsatz Proben von der Außenseite des russischen Moduls genommen. Diese wurden dann in einem Labor auf der Erde analysiert. In der Probe konnte die DNA von Bakterien nachgewiesen werden.

Allerdings ist die Methode, mit der die Proben analysiert wurden in diesem Fall umstritten, da sich dadurch nicht alle Arten von Bakterien nachweisen lassen und auch nicht festgestellt werden kann, ob es sich um lebende Bakterien handelt.

Die Biomasse, die sich aus einer solchen Probe gewinnen lässt ist auch sehr limitiert, sodass erst einmal keine weiteren Test durchgeführt werden konnten. Dazu müssten zunächst einmal weitere Proben genommen werden."


Es gab also - und gibt sehr wahrscheinlich immer noch - Mikroorganismen auf der Außenhüller der ISS.

Bleibt nur noch zu klären: Um welche Mikroorganismen es sich genau handelt. Ob sie noch leben und sogar gedeihen. Wie sie dorthin und woher sie ursprünglich gekommen sind.

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NASA bezweifelt Meldungen über Meeresplankton außerhalb der ISS 22. August 2014

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