Dienstag, 30. September 2014

"Magische Insel" auf Saturnmond Titan wieder aufgetaucht


Die "Magische Insel" auf Aufnahmen der Cassini-Sonde vom 10. Juli 2013 (m.) und vom 21. August 2014 (u.). (HIER finden Sie eine vergrößerte Darstellung.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/ASI/Cornell

Pasadena (USA) - Ein Landschaftsmerkmal auf dem Saturnmond Titan, stellt Wissenschaftler weiterhin vor ein Rätsel: Erstmals im Juli 2013 auf Radaraufnahmen der Küstenlandschaft eines der größten Kohlenwasserstoffseen des Mondes entdeckt, war das inselartige Gebilde auf späteren Aufnahmen auch schon wieder verschwunden. Jetzt haben die NASA-Forscher die als "Magical Island" (Magische Insel) bezeichnete Struktur wieder ausfindig gemacht – und stehen immer noch vor einem Rätsel.

Mit einer dichten Atmosphäre, Bergen, Dünen, Seen, Meeren, Flüssen und einen atmosphärischen Flüssigkeitskreislauf gleicht der größte der 62 bekannten Saturnmonde unserer Erde wie kein zweites Objekt im Sonnensystem. Allerdings ist es auf Titan nicht Wasser sondern flüssige Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan, die die Gewässer füllen und vom Himmel regnen.


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Während frühere Aufnahmen das Ligeia Mare noch ohne die Struktur zeigen, wurde diese erstmals auf Bildern der Cassini-Sonde vom 10. Juli 2013 entdeckt (…wir berichteten). Als das Cassini-Team dann jedoch auf Aufnahmen, die einige Monate später gemacht wurden, erneut nach der "Magischen Insel" suchten - war diese verschwunden.



Zum Vergleich: Auf der Cassini-Aufnahme vom 10. Juli 2013 ist eine inselartige Struktur zu erkennen (o. Pfeil), wie sie auf früheren Aufnahmen noch nicht zu sehen war. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Cornell

Erneut fündig wurden die NASA-Wissenschaftler um Jason Hofgartner von der Cornell University nun allerdings auf den Aufnahmen des jüngsten Vorbeifluges der Sonde an Titan vom 21. August 2014. Die neuste Aufnahme zeigt nun jedoch zugleich, dass sich die Form der "Insel" im Vergleich zu vor 11 Monaten deutlich verändert hat.


Mittlerweile sind sich die Forscher sicher, dass es sich nicht um ein technisches Radar-Artefakt, einen Bild- oder Datenfehler handelt. Auch gebe es keinen Hinweis darauf, dass die Struktur ein Ergebnis von Verdunstungsprozessen entlang der Küstenlinie von Ligeia Mare ist, da sich diese im Vergleich zur "Insel" auf den unterschiedlichen Aufnahmen kaum verändert hat.

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Wie schon angesichts der früheren Aufnahmen spekulieren die Forscher derzeit über verschiedene Erklärungsmöglichkeiten für die Struktur. Sicher sei jedoch, dass es sich um die erste Beobachtung eines dynamisch-geologischen Prozesses auf der nördlichen Hemisphäre von Titan handele: "Diese Entdeckung belegt, dass die Flüssigkeiten, die die Meere, Seen und Flüsse der nördlichen Titanhemisphäre bilden, nicht einfach nur stille und unveränderliche Merkmale sind sondern, dass auch sie sich verändern und so die Landschaft prägen und formen", so Hofgarntner. "Derzeit wissen wir aber noch gar nicht, wie diese "Insel" erscheinen konnte und was sie überhaupt ist. Aber genau das wollen wir durch zukünftige Untersuchungen herausfinden."

Da die nördliche Hemisphäre des Saturnmondes derzeit in den Titan-Sommer übergeht, vermuten die Astronomen, dass das Auftauchen der "Insel" von eben diesem Jahreszeitenwechsel verursacht wird. Unter anderem, so vermuten die Wissenschaftler, könnte es sich um Wellen handeln, die dem Cassini-Radar eine Art "Geisterinsel" vorgaukeln. Es könnten aber auch Gasblasen sein, die vom Boden des Ligeia Mare emporsteigen oder um in Folge von Tauprozessen auftauchende Feststoffe, die so das Radarbild entstehen lassen. "Vielleicht sind es aber auch mehrere Prozesse, die hier zusammenspielen?".


Auch zukünftig wollen die Cassini-Forscher das Ligeia Mare im Auge behalten, um so mehr über das Rätsel der "magischen Insel" zu erfahren.


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Quelle: NASA
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