Freitag, 5. September 2014

Neuentdeckte Tiefseeorganismen könnten unbekanntem Ur-Tierstamm angehören


Aufnahmen der "neuen" urzeitlichen Organismen. | Copyright: Just et al.

Kopenhagen (Dänemark) - Dänische Biologen haben zwei neue Arten pilzförmiger Meeresorganismen entdeckt. Die Organismen sind mehrzellig und meist unsymmetrisch aufgebaut und konnten bislang keinem der bekannten zoologischen Stämme zugeordnet werden. Die Forscher vermuten, es könnte sich einen frühen Tierstamm handeln, der Ähnlichkeiten zu eigentlich schon seit 600 Millionen Jahren ausgestorbenen Organismen aufzeigt.

Wie Jean Just, Reinhardt Møbjerg Kristensen und Jørgen Olesen von der Universität Kopenhagen aktuell im Fachjournal "PLoS One" (DOI: 10.1371/journal.pone.0102976) berichtet, entdeckten sie die sonderbaren Organismen gemeinsam mit anderen bereits 1986 in Tiefen zwischen 400 und 1000 Metern vor der südöstlichen Australischen Kontinentalhang, doch erst jetzt ist es ihnen gelungen, die beiden Arten pilzförmiger Organismen aus den Proben zu isolieren. Allerdings sei es ihnen nicht gelungen, die Lebewesen einem der bekannten Stämme oder Arten der Zoologie zuzuordnen.


Aus diesem Grund haben die Forscher die beiden Organismen einer neuen Gattung mit den Bezeichnungen Dendrogramma enigmatica und Dendrogramma discoides zugeschrieben, die der ebenfalls neuen Familie der sogenannten Dendrogrammatidae angehören.


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Allerdings fanden die Forscher auch Ähnlichkeiten zwischen den so neu beschriebenen Dendrogrammatidae und Mitgliedern der Ctenophora (Rippenquallen) und Cnidaria (Nesseltiere) und vermuten deshalb, dass Dendrogrammatidae mit diesen Stämmen zumindest verwandt sein könnten.

Dendrogrammatidae weisen zudem auch Ähnlichkeiten zu Lebensformen (Ediacara) auf, die schon vor 600 Millionen Jahren im Präkambrium ausgestorben sind und wie sie von einigen Forschern als "erster Versuch mehrzelligen Lebens" gedeutet wurden (...wir berichteten 1, 2).


Da die Proben in Formaldehyd und 80-prozentigem Ethanol aufbewahrt worden waren, und dieser Umstand etwa eine Molekularanalyse unmöglich macht, hoffen die Forscher anhand frischer Exemplare der Dendrogrammatidae schon bald mehr über deren Verwandtschaftsverhältnisse zu anderen Organismen zu erfahren.


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Quelle: plosone.org
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