Mittwoch, 3. September 2014

Noahs DNA soll Herkunft der Sumerer klären


Nahaufnahme von Torso und Schädel des Skeletts. | Copyright/Quelle: Kyle Cassidy, penn.museum

Philadelphia (USA) - Ein erst kürzlich in den Archiven des archäologischen Museums der Penn State University wiederentdecktes Skelett schürt derzeit die Hoffnungen von Archäologen, anhand einer DNA-Analyse das Rätsel der Herkunft des antiken Volkes der Sumerer lüften zu können. Neben ihren Errungenschaften als erste Hochkultur, die u.a. durch die Erfindung der Keilschrift die Grundlage für die heutige Schrift und damit auch der Bürokratie legte, faszinieren die Sumerer von jeher auch durch ihre Religion und Mythologie. Vornehmlich durch letztere sind sie auch in grenzwissenschaftlichen Kreisen, besonders bei Freunden von Prä-Astronautik und Paläo-SETI, ein fester Begriff geworden, der hier vor allem durch die Bücher Zecharia Sitchins vor dem Hintergrund der Spekulationen über das astronomische (Streit-)Objekt Nibiru als Heimatwelt der sumerischen Unterweltsgötter Anunnaki, Verbreitung fand.

Das Skelett eines zu seinem Todeszeitpunkt etwa 50-jährigen Mannes, wurde 1930 bei Ausgrabungen des Archäologen Sir Leonard Woolley auf dem königlichen Friedhof von Ur entdeckt. Seit 85 Jahren galt der Fund jedoch als verschollen, wurde bei aktuellen Digitalisierungsarbeiten des Penn Museum unter rund 2.000 Skeletten im Archiv des Museums wiederentdeckt.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Mit einem Alter von rund 6.500 Jahren ist das Skelett rund 2.000 Jahre älter als alle anderen der wenigen Skelettfunde in und um Ur, einer der ältesten bekanntesten sumerischen Städte im heutigen südlichen Irak.


Die Archäologen Dr. Janet Monge und Dr. William Hafford untersuchen Noahs Skelett. | Copyright/Quelle: Kyle Cassidy, penn.museum

Da das Skelett des einst wahrscheinlich recht muskulösen und ca. 1,8 Meter großen Mannes in 12 Metern Tiefe in einer wahrscheinlich durch eine gewaltige Flut abgelagerten Schlickschicht gefunden wurde, verliehen ihm die Archäologen die Bezeichnung "Noah". Tatsächlich geht auch die Figur des zehnten biblischen Urvaters, der für den Bau der Arche bekannt ist, wahrscheinlich auf Ziusudra im sumerischen Atraḫasis-Epos zurück.



Historischen Aufnahme der Bergung des Skeletts durch Ausgrabungsarbeiter in den 1930er Jahren. | Copyright/Quelle: Penn Museum Archival Photo #191488

Von den heute zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Methoden erhoffen sich die Archäologen nun eine Vielzahl neuer Informationen über die immer noch rätselhafte Kultur und Herkunft der Sumerer. Besonders die noch vielfach intakten Zähne des Skeletts lassen auf genügend Gewebe hoffen, mit dessen Hilfe eine vollständige DNA-Analyse erstellt werden kann.


Zum Thema

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: penn.museum
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE