Sonntag, 28. September 2014

Rover-Curiosity findet Steinmurmel auf dem Mars


Murmel auf Mars, aufgenommen am 11.September 2014 am Aeolis Mons. (Klicken Sie HIER, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Pasadena (USA) - Erneut sorgt eine aktuelle Aufnahme des NASA-Mars-Rovers "Curiosity" für kontroverse Diskussionen: Auf einem sonst von geraden Steinplatten und körnigem Boden geprägten geologischen Aufschluss ruht eine nahezu perfekt geformte Kugel und erweckt damit den Eindruck eines für die sonstige Umgebung tatsächlich exotischen, fast schon künstlichen Objekts. Während die einen Beobachter in der "Mars-Murmel" tatsächlich ein Artefakt sehen, erklären Geologen, wie solche Steinkugeln auch auf natürlichem Weg entstehen können.

Die Aufnahme selbst wurde am 11. September 2014, also am 746. Marstag der Mission, mit der linken sogenannten Mastcam des Rovers am Fuße des Zentralberges Aeolis Mons (Mount Sharp) im Marskrater Gale gemacht.

Wie "Discovery News" berichtet, erklärten NASA-Wissenschaftler indes, dass die Kugel in Wirklichkeit sehr viel kleiner sei, als sie auf der Aufnahmen wirke: Tatsächlich sei sie gerade einmal etwa einen Zentimeter groß und aller Wahrscheinlichkeit nach handele es sich um das Ergebnis sogenannter Konkretion, wie sie in ganz ähnlicher Form schon an mehren Stellen auf dem Mars gefunden wurde.


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Die bekanntesten dieser Beispiele sind die sogenannten "Blueberries", wie sie schon 2004 vom Mars-Rover "Opportunity"  entdeckt wurden. Bei diesen "Blaubeeren" handelt es sich um kleinste Hämatit-Konkretionen.



Die 2004 auf dem Mars entdeckten "Blueberries". | Copyright: NASA/JPL


Irdische Gegenstücke der "Mars-Blaubeeren": Hämatit-Konkretionen aus Utah, sogenannte Moqui Marbles (der Würfel "W" hat eine Kantenlänge von einem Zentimeter). | Copyright: Paul Heinrich, cc-by-sa 3.0

Solche Sphärulen entstanden auch auf dem, als dessen Umwelt noch deutlich feuchter und wärmer war als heute. 2012 entdeckten die Forscher mit Curiosity, dass sich der Rover tatsächlich durch ein einstiges Bach- oder Flussbett hindurchbewegt hatte (...wir berichteten), das sich durch mehre Sedimentschichten auszeichnete. Wie auf der Erde, so entstehen solche Ablagerungen auch auf dem Mars im Wechselspiel von flüssigem Wasser und dem von diesem Wasser ausgewaschenen und transportierten Materialien.

Innerhalb dieses Sedimentgesteins entstehen porenartig-kugelförmige Hohlräume, in denen sich dann ausgewaschene Mineralien ablagern und eine erosionsresistente Masse bilden. Nach und nach verhärtet sich diese Masse zu den witterungsbeständigen Kugeln, die dann ans Tageslicht treten, wenn das sie umgebende weiche Gestein nach und nach verwittert.

Auch die aktuell auf dem Mars gefundene "Murmel" halten die NASA-Wissenschaftler für das Ergebnis dieser Prozesse. Entweder sei sie aus dem mittlerweile darunterliegenden Gestein herausgelöst worden oder sei von anderswo an diesen Ort gerollt, nachdem sie aus ihrer Umgebung freigegeben wurde.

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Quelle: NASA, news.discovery.com
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