Donnerstag, 18. September 2014

Studie zeigt: Bienen nutzen Heilstoffe des Honigs als Medikament


Symbolbild: Biene beim Nektarsammeln. | Copyright: A. Müller, grewi.de

Halle-Wittenberg (Deutschland) - Neben dem immer noch mysteriösen Bienensterben tragen auch Darmkrankheiten in erheblichem Maße zum Sterben ganzer Bienenvölker bei. Die emsigen Insekten sind jedoch in der Lage, sich selbst vor Infektionen schützen. Hierzu nutzen sie - das zeigt eine aktuelle Studie - die natürlichen Heilstoffe des Honigs selbst.

Wie die Forscher um Dr. Silvio Erler und Prof. Dr. Robin Moritz von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gemeinsam mit Forschern der rumänischen Universität Cluj-Napoca aktuell im Fachjournal "Behavioral Ecology and Sociobiology" (DOI: 10.1007/s00265-014-1786-8) berichten, bevorzugen kranke Bienen im Gegensatz zu gesunden Artgenossen die Honige, die besonders wirksam gegen Infektionen des Darms sind.


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Da im Innern der Bienenstöcke bei über 30 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten herrschen, schützen sich die Bienen zum einen mit Hilfe ihres Immunsystems ab. Zum anderen enthält aber auch der von ihnen produzierte Honig natürliche Inhaltsstoffe, die gegen Bakterien, Pilze oder Viren wirken, so die Forscher.

Ob die Bienen den Honig auch als Heilmittel zur Behandlung von Bienenkrankheiten und nicht nur als Nahrungsmittel nutzen, war Inhalt der Untersuchungen der Forscher, als sie der Frage auf den Grund gehen wollten, ob der Gesundheitszustands bei der Wahl des Honigs neben dem Nährwert, auch den Heilwert berücksichtigt.

Im Labor infizierten die Forscher Bienen mit dem Darmpilz Nosema ceranae und verglichen dann, wie gesunde und kranke Bienen zwischen verschiedenen Honigen wählten. "Wir beobachteten, dass infizierte Bienen keinen Unterschied zwischen Linden- und Robinienhonig machten. Während Honigtauhonig von ihnen kaum gewählt wurde, hatten sie jedoch eine große Vorliebe für Sonnenblumenhonig, die mit zunehmender Infektion der Bienen sogar anstieg", erläutert Erler.

Danach untersuchten die Wissenschaftler die Wirksamkeit der Honige auf die Darminfektion. Und tatsächlich: "Die Bienen wiesen wesentlich geringere Sporenmengen im Darm auf, wenn sie sich ausschließlich von Sonnenblumenhonig ernährt hatten. Bienen, die Honigtauhonig konsumiert hatten, zeigten hingegen einen stärkeren Befall." Auch im Labortest zeigte der Sonnenblumenhonig eine bessere Wirkung als der Honigtauhonig.

"Honig ist also nicht nur gesund für den Menschen, sondern auch für die Bienen selbst, die im Krankheitsfall nicht den Honig wählen, der besser schmeckt, sondern den, der besser hilft", so Erler.

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