Mittwoch, 17. September 2014

Überraschende Entdeckung: Kornkreis von Andechs in zwei Phasen entstanden


So wurde der Kornkreis von Andechs 2012 bekannt: Luftbild, gemacht am 7. Juli 2012. | Copyright: Andreas Müller, kornkreise-forschung.de

Saarbrücken (Deutschland) - Nachdem erst vor wenigen Wochen ein großer Kornkreis bei Raisting sogar weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, macht nun ein bereits 2012 nahe Andechs entdeckter Kornkreise erneut von sich reden. Auch dieser sorgte damals für ein großes Medieninteresse und kontroverse Diskussionen. Jetzt präsentiert der deutsche Kornkreisforscher Andreas Müller jedoch bislang unbekannte Hintergründe zum Andechser Kornkreis, die dessen Authentizität im Sinne eines "echten", also nicht von Menschen mechanisch herbeigeführten, Kornkreisphänomens in Frage stellen.

"Bei der Recherchearbeit mit Hilfe des Online-Globus GoogleEarth 'besuchte' ich im Sommer 2014 eher zufällig nochmals das Feld, in dem 2012 die große Kornkreisformation von Andechs entdeckt worden war (47°59'6.36"N / 11°12'35.26"E)", berichtet der Kornkreisforscher und Sachbuchautor auf seiner Internetseite "kornkreise-forschung.de".


Während das neuste Satellitenbild das Kornkreis-Feld offenbar kurz nach der Ernte 2012 und darin nur noch die Reste des einstigen Kornkreises zeigt, entdeckte Müller kurz darauf, dass sich in der interaktiv navigierbaren Zeitleiste, über die mittels des Online-Atlanten auf ältere, also frühere Satellitenbilder und - so vorhanden - sogar historische Luftaufnahmen anzeigen lassen, ein Bild des noch vorhandenen Kornkreises findet:


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"Für gewöhnlich sind die zeitlichen Abstände zwischen den jeweiligen Bildern recht groß. Im Falle des Bildausschnitts, der den Andechser Kornkreise zeigt, ist dies jedoch nicht der Fall: Tatsächlich zeigt das nächst jüngere Bild noch den Kornkreis im stehenden Feld. Datiert ist diese Aufnahme merkwürdiger Weise auf den 24.07.2012." Diese Datierung war für den Forscher ungewöhnlich, galt bislang doch der 29. Juli als Erstmeldedatum der Kornkreisformation.

Der Andechser Kornkreis auf einer Google-Earth-Aufnahme, datiert auf dem 24.07.2012. | Quelle/Copyright: GoogleEarth / 2014 DigitalGlobe

Doch es war nicht nur das ungewöhnliche Datum, auch der Kornkreis selbst wirkt auf dieser Aufnahme ungewöhnlich: "Nach einiger zeit der Betrachtung wurde mir klar, 
dass das hier zu sehende Kornkreismuster nicht ganz der Form entspricht, für die der Andechser Kornkreis aufgrund der erst Tage später (am und nach dem 29.07.2014) entstanden Luftbildaufnahmen unterschiedlicher Fotografen bekannt wurde."



Detailansicht der GoogleEarth-Aufnahmen, datiert auf den 24.07.2012. | Quelle/Copyright: GoogleEarth / 2014 DigitalGlobe

Zum Vergleich: Ein Luftbild, erstellt am 07.08.2012. | Copyright: Andreas Müller, kornkreise-forschung.de


Grafische Rekonstruktion der ersten (o.) und zweiten Phase (u.) des Andechser Kornkreises. | Copyright: Andreas Müller, kornkreise-forschung.de

Aufgrund bekannter Datierungsungenauigkeiten bei GoogleEarth, machte sich Müller dann erneut an die Recherche im Fall Andechs: "Ursprünglich erhielten ich und Kollegen die Information, dass der Andechser Kornkreis zum ersten Mal von Ballonfahrern entdeckt wurde. Als Datum galt bislang besagter 29. Juli 2012. Eine Rückfrage beim Landwirt selbst erbrachte nach zwei Jahren keinen Erfolg bei der Ermittlung eines eventuell noch genauen Datums.


Die Erstmeldung des Kornkreises ging allerdings nicht beim Bauern selbst, sondern bei Luftbildfotograf Klaus Leidorf in Form eines Telefonanrufs ein. Leidorf ist schon seit Jahren auch für seine schönen Aufnahmen der bayrischen Kornkreise bekannt. Herr Leidorf berichtete mir gegenüber, dass ihn der Anruf am Sonntagabend 29.07.12 erreicht hatte: 'Der Anrufer meinte, er habe beim Joggen einen Kornkreis gesehen - zwischen Andechs und Friedling. Auf meine Frage, wem ich diese Information zu verdanken habe, bekam ich keine Antwort und im Display des Telefons war keine Nummer angezeigt - lediglich 'Anonym'.'


Aus diesem Grund kontaktierte ich die "Landstettener-Ballonfahrten GbR", deren Ballonfahrer den Kornkreis 2012 als erste entdeckt hatten und bat hier, um eine Auskunft über das genaue Datum dieser Entdeckung. Hier bekam ich von den Entdeckern, Stefan und Günther Härter, selbst die Auskunft, dass der Kornkreis tatsächlich schon am 24.07.2012 entdeckt wurde.


Stefan Härter war zudem so freundlich, mir seine Fotoaufnahmen vom 24.07.2012 zur Verfügung zu stellen - und auch diese zeigen den Kornkreis - genau wie die GoogleEarth - sozusagen noch unvollendet.



Eine der ersten Aufnahmen (und Detailvergrößerung, u.) des Kornkreises, gemacht während der Entdeckung am 24. Juli 2012. | Copyright: Stefan u. Günther Härter, landstettener-ballonfahrten.de

Gestützt auf die Bildbeweise steht für Müller somit fest, dass der Kornkreis von Andechs 2012 in mindestens zwei Phasen entstand. Und das hat - zumindest für Müller Bewertung des Andechser Kornkreises - grundlegende Konsequenzen:


"Dass Kornkreisformationen in mehreren Phasen 'entstehen', ist ein Umstand, der nicht erst seit Andechs bekannt ist. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um ein Merkmal des ursprünglichen Phänomens. (...) Nach vereinzelten Beispielen 2000 und 2002 wurden Kornkreise, die in mehren Phasen entstanden, erst ab 2004 zu einem regelmäßig wiederkehrenden Erscheinung. Diese - in meinen Augen im Sinne dieser Formationen fragwürdige Entwicklung - erlangte im Sommer 2009 ihren "Höhepunkt" als eine Formation vom 21. bis zum 28. Juni in mindesten 3 Phasen vollendet wurde.


Ich persönlich gestehe gerne ein, dass ich kein großer Freund derartiger Kornkreisformationen bin. Der Grund hierfür liegt zum einen darin, dass (wie bereits gesagt) die Entstehung von Kornkreisformationen in mehreren Phasen weder ein überlieferter noch bis zum Jahr 2000 dokumentierter Teil des ursprünglichen Phänomens war. Zum anderen gilt für mich bis heute noch der Umstand, dass "echte" (also nicht von Menschen mechanisch erzeugte) Kornkreise - ganz gleich ob nur wenige oder mehrere hundert Meter groß, geometrisch einfach oder hochkomplex - in extrem kurzen Zeiträumen entstehen, als besonderes und wichtiges Merkmal und Qualität des 'echten Phänomens'.


Wird an einer Kornkreisformation nachweislich mehrere Tage gearbeitet und herumgewerkelt, bis sie dann endlich vollendet ist, geht dieser Reiz (zumindest für mich...) verloren. Ich bin mir jedoch bewusst, dass es auch Kornkreisforscher und -Enthusiasten gibt, die in solchen mehr-etappigen Kornkreisen kein Widerspruch zum echten Phänomen sehen, sondern diese Umstände sogar als 'Besonderheit' bewerten. Ich akzeptiere zwar diese Einstellung - teile sie jedoch nicht."


Die Wahrscheinlichkeit, dass der Andechser Kornkreis am 24. Juli 2012 als "echter Kornkreis" entstand und dann später von Menschen (warum auch immer) durch das Hinzufügen der zusätzlichen Linien und damit weiteren Spitzen, verändert wurde, halte ich - wenn ich sie natürlich auch nicht ausschließen kann - für sehr niedrig."


Zum Thema

Müller vermutet, dass die Fälscher selbst ihren Kornkreis gemeldet haben, da diese Tage lang unentdeckt blieb und die Ernte drohte. Auch über die Fertigkeiten der wahrscheinlich menschlichen Macher lassen sich, so der Forscher, am Beispiels Andechs interessante Rückschlüsse ziehen:

"Offenbar war es den Machern des Kornkreises nicht möglich, den Kornkreis in einem Zug zu vollenden. Als Beispiel dafür, dass Fälscher derart große und komplexe Gebilde in nur einer Nacht erstellen können, dient zumindest der Andechser Kornkreis somit nicht mehr! Ob auch die erste Phase in Tagen/Nächten vor dem 24. Juli in weitere Arbeitsphasen unterteilt war, ist meiner Meinung nach zwar zu vermuten - bleibt aber bis auf Weiteres Spekulation.


Bis heute haben weder die nach eigenen Aussagen angeblich so gut über die deutsche Kornkreis-Fälscherszene informierten selbsternannten Szenekenner, Insider und Skeptiker, von der hier beschriebenen Situation berichtet. Obwohl ein solches 'Outing' durch die Macher und/oder Kornkreiskritiker zweifelsohne eine nicht geringe Wirkung gegen das Phänomen und die Forschung erzielt hätte."


Allerdings richtet sich Müllers Kritik zugleich auch in die entgegengesetzte Richtung, wenn er betont: "Zugleich haben aber auch keine der zahlreichen angeblich hellsichtigen Medien, die öffentlichkeitswirksam sogar die angeblich außerirdischen Hersteller des Andechser Kornkreises 'gechannelt' haben wollen, auch nur im Ansatz die hier belegte Situation erwähnt. Und das obwohl es sich um ein - wie ich finde - nicht unwichtiges Detail der Hintergründe des Andechser Kornkreises handelt, wie sie sicherlich auch spirituell-esoterisch interpretierbar gewesen wären."


Für die Forschung ebenfalls interessant sei, "dass der schließlich recht große Kornkreis offenbar mindestens fünf Tage nicht entdeckt wurde, obwohl das Feld von einigen Spazierwegen umgeben ist, die regelmäßig von Wanderern und Joggern benutzt werden. Und auch wenn der Kornkreis selbst von keiner Straße aus einzusehen war, so war er doch zumindest als ungewöhnliche große Stellen im Feld auch vom Boden und von Aug' aus zu sehen – und das auch schon in 'Phase 1'. Wäre er also nicht gemeldet worden, die Chance wäre groß, dass er vielleicht unbemerkt dem Mähdrescher zum Opfer gefallen wäre."


Das habe sowohl Konsequenzen für die Einschätzung der Gesamtanzahl der jährlich entdeckten und gemeldeten - also bekannten Kornkreise im Verhältnis zur Dunkelziffer der nicht gemeldeten oder gar nicht erst entdeckten Kornkreise. Zudem zeige es einmal mehr, dass bei geeigneter Lage, offenbar ein ungestörtes Arbeiten über mehrere Tage und Nächte hinweg möglich ist. "Beide (wenn auch nicht neue) Erkenntnisse sind nützliche Werkzeuge, bei der Beurteilung des meiner Meinung nach weiterhin sehr klar nachweisbaren 'echten (also nicht mechanisch hergestellten/kopierten) Phänomens'", betont Müller einmal mehr abschließend.


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