Montag, 22. September 2014

VIDEO: Computer-Grafik-Firma erklärt umstrittene Mondlande-Fotos


Schon lange umstritten: Wie konnte Buzz Aldrin beim Ausstieg im Schatten des Landemoduls nahezu perfekt ausgeleuchtet sein, obwohl die Sonne als angeblich einzige Lichtquelle auf dem Mond, von der Landefähre verdeckt wird? | Copyright: NASA

Santa Clara (USA) - Seit der Apollo-11-Mondlandung im Juli 1969 ranken sich Gerüchte, Spekulationen und Theorien darum, ob die NASA tatsächlich auf dem Mond gelandet sind oder das ganze lediglich in Filmstudios auf der Erde gestellt wurde. Theorien rund um eine angebliche Verschwörung rund um die Vertuschung dieses Szenarios füllen mittlerweile ganze Bücher Video- und TV-Dokumentationen und die Diskussion um die Belastbarkeit der Indizien und Beweise beider Seiten hält bis heute unvermindert an. Jetzt hat sich mit NVIDIA einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer und Spielkonsolen mittels ihrer neusten Computertechnologie zur Simulation von Lichtreflexionen auf verschiedenen Oberflächen in die Debatte eingebracht und erklärt, eines der bisherigen Rätsel um einige der Originalaufnahmen der Mondlandung erklären zu können.

Konkret geht es um eine NASA-Aufnahme, die Buzz Aldrin dabei zeigen, wie er am 20. Juli 20169 das Landemodul "Eagle" verlässt und als zweiter Menschen den Mond betritt. Fotografiert von seinem Kollegen Neil Armstrong, tut der Astronaut dies tatsächlich auf der Schattenseite des Landemoduls und obwohl sich die Sonne als einzige Lichtquelle also hinter dem Landemodul befindet, ist Aldrin nahezu perfekt ausgeleuchtet (s. Abb.o.). Dies, so die Mondlande-Kritiker, könne nur durch eine künstliche Lichtquelle erklärt werden, wie sie jedoch nach NASA-Angaben und den Inventarlisten der Mondflüge nicht zu finden sind.


"Mit unserer neuen Maxwell-Technologie haben wir erstmals überhaupt die Möglichkeit, sogenannte globale Illumination in Echtzeit zu simulieren", erläutert NVIDIA-Direktor Mark Daly. "Wir können also nicht nur die Refelxion von Licht von unterschiedlichen Oberflächen simulieren sondern auch, wie dieses reflektierte Licht dann wiederum von anderen Objekten im dreidimensionalen Raum reflektiert wird."


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
  + + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Mit dieser Technologie haben sich die NVIDIA-Computerexperten nun die umstrittenen Aufnahmen vom Ausstieg Aldrins vorgenommen und zunächst die Gesamtszenerie so exakt wie möglich am Computer rekonstruiert. Hierzu mussten die Grafiker eine Unzahl von Faktoren in die Simulation mit einbeziehen, darunter unter anderem das komplexe Terrain der Apollo-11-Landestelle und die unterschiedlichen sogenannten Albedowerte der Lichtreflexion nicht nur des Mondbodens sondern auch jener Materialien, aus denen u.a. die Landefähre und Raumanzüge der Astronauten bestanden (s.Video).

Tatsächlich bestätigten erste Berechnungen der Ausstiegs-Situation, in denen noch keine indirekte Beleuchtung durch von Oberflächen reflektiertes und gestreutes Licht miteinberechnet worden waren, die Zweifel an den historischen Fotos - zeigten sie doch, dass Aldrin trotz seines hellen Raumanzugs selbst nahezu in Dunkelheit und nur schwer erkennbar die Landeeinheit verlassen hatte.


Computerrekonstruktion des Ausstiegs Buzz Aldrin ohne Reflexionen des Sonnenlichts auf anderen Oberflächen. | Copyright: NVIDIA

"Die Art und Weise, wie wir uns normalerweise das Verhalten von Licht vorstellen ist die, dass das Licht aus einer Lichtquelle auf ein Objekt trifft und von diesem Objekt in die Kamera reflektiert wird. In Wirklichkeit ist die Sache aber viel komplizierter", erläutert NVIDIA-Grafikexperte Paul Debevec. "Licht wird von Objekten nicht geradlinig in eine Kamera zurückgeworfen. Wird es reflektiert, so trifft es auch auf andere Teile und Objekte einer Szenerie, die dieses Licht dann wiederum reflektieren usw. Es sind diese 'Inter-Reflexionen', die einen Großteil der Belichtungssituation einer Szene ausmachen."


Doch selbst als die komplexen Berechnungen auch für besagte Inter-Relexionen miteinbezogen wurden, zeigte sich ein Ergebnis, das immer noch nicht der nahezu perfekt ausgeleuchteten Situation beim Ausstieg Buzz Aldrins im Schatten des "Adlers" gerecht wurde.


Computerrekonstruktion des Ausstiegs Buzz Aldrin mit Inter-Relexionen des Sonnenlichts auf anderen Oberflächen (Mondoberfläche, Landeeinheit usw.). | Copyright: NVIDIA

"Zu diesem Zeitpunkt", so gesteht Mark Daly ein, "kamen auch wir zu dem Schluss, dass es da irgendeine zusätzliche Lichtquelle gegeben haben muss. Eine Lichtquelle, die wir nicht kannten und die zur korrekten Rekonstruktion der Aufnahmesituation noch fehlte."


Bei der Durchsicht weiterer Foto- und Filmaufnahmen, stießen die Grafiker dann auf einen kurzen Filmmitschnitt von Aldrins Ausstieg, auf dem tatsächlich eine weitere Lichtquelle auf der Mondoberfläche zu sehen ist. "Die Aufnahme wurde von der anderen Seite der Ausstiegsleiter aus (mit Hilfe einer selbstlaufenden Videokamera) gemacht und zeigt dieses wirklich große helle Licht."



Standbild aus einem Original-Filmmitschnitt von Aldrins Ausstieg. Hinter Aldrin, der Leiter und den Landebeinen den Landemoduls ist eine große und helle Lichtquelle sichtbar. | Copyright: NASA

"Wir haben die Aufnahme und die Gesamtsituation dann eingehend analysiert und festgestellt, dass es sich bei dieser Lichtquelle um Neil Armstrong in seinem hellen Raumanzug handelt, der das Sonnenlicht auf Buzz Aldrin reflektiert."


Computer-Rekonstruktion der Fotosituation: Aldrins Ausstieg wird von dem bereits zuvor ausgestiegenen Armstrong fotografiert. | Copyright: NVIDIA

Da der Albedo-Wert der Raumazüge mit bis zu 90 Prozent fast so hoch ist, wie der eines Spiegels, reichte dieser und Armstrongs Position vollkommen aus, um die perfekte Ausleuchtung Aldrins zu erklären, der zudem selbst einen der stark reflektierenden, weißen Anzüge trug.



Vergleich der vielfach umstrittenen Originalaufnahme (rechts) mit der Rekonstruktion unter Berücksichtung aller reflektiven Oberflächen und Inter-Reflexionen, inklusive des zweiten Astronauten, Neil Armstrong (links). | Copyright: NVIDIA

"Natürlich werden wir nie beweisen können, dass diese Aufnahmen nicht in einem irdischen Studio gemacht wurden. Was wir nun aber beweisen können ist die Tatsache, dass die Belichtungssituation auf dem Mond, mit der Sonne als einzige Lichtquelle ausreichte, um Aldrin nahezu perfekt auszuleuchten, wie es die Aufnahmen zeigen", kommentiert Daly abschließend.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Peter Scholl-Latour bezeichnet Apollo-Mondlandung als "wirksamste Blendgranate der Geschichte" 17. März 2013
Filmemacher: "Fälschung der Mondlande-Aufnahmen war 1969 technisch nicht möglich" 22. Januar 2013
Satellitenaufnahmen zeigen: Apollo-Flaggen sind immer noch vorhanden 29. Juli 2012
NASA legt nach: Schärfere Bilder der Apollo-Landestellen 7. September 2011


grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: nvidia.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE