Mittwoch, 1. Oktober 2014

Kennedy-Attentat doch eine Verschwörung? Mitarbeiter der Warren-Komission räumt erstmals ein: "Vielleicht haben wir doch etwas übersehen"


Fotoaufnahmen unmittelbar nach dem Schuss auf Kennedy. | Copyright: Mary Moorman / Public Domain

Dallas (USA) - 50 Jahre nach Veröffentlichung des Abschlussberichts der sogenannten Warren-Kommission, die die Umstände des Attentats auf den US-Präsidenten John F. Kennedy untersuchen und klären sollte, räumt ein damaliger Mitarbeiter der Kommission Zweifel am Ergebnis der Untersuchungen ein, das am 24. September 1964 im "Warren Report" veröffentlicht wurde und zu dem Schluss kam, dass Lee Harvey Oswald der alleinige Täter gewesen sei. "Vielleicht haben wir doch etwas übersehen", erklärt der einstige Staatsanwalt Charles N. Shaffer Jr. in einem Interview. Damit ist Shaffer der erste Warren-Insider, der diese Vermutung öffentlich abgibt.

Wie der Journalist Philip Shennon in einem Artikel in der "Washington Post" berichtet, habe Shaffer ihm gegenüber in Interviews zu seinem Buch "A Cruel and Shocking Act: The Secret History of the Kennedy Assassination" eingestanden, dass es damals "möglicherweise doch eine Verschwörung gegeben habe. Damit ist Shaffer das erste Mitarbeiter und Insider der Warren-Kommission selbst, der derartige Zweifel und Vermutungen öffentlich äußert.


Zwar habe auch er keine Zweifel daran, dass Oswald der einzige Schütze war und auch die Theorie der einzelnen Gewehrkugel stelle er nicht in Frage. Dennoch vermute er heute, dass das Attentat selbst das Werk von Personen aus dem organisierten Verbrechen war, die Oswald dazu gebracht haben, den Präsidenten zu töten und zwei Tage später auch den Nachtclubbesitzer Jack Ruby dazu zwangen, wiederum Oswald zu ermorden.


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"Der Warren Report war ein ehrlicher Bericht, der auf dem basierte, was wir damals wussten", so Shaffer. "Aber nichts sollte auf ewig in Stein gemeißelt sein. Später gab es Entwicklungen, die mich davon überzeugt haben, dass wir möglicherweise etwas übersehen haben."


Die Hintermänner des Attentats sieht Shaffer jedoch nicht in politischen Gegnern Kennedys oder dunklen Geheimbünden, sondern in Persönlichkeiten der US-Mafia. Einige Schlüsselfiguren dieser Szene hatte Shaffer in seinem späteren Berufsleben selbst als Anwalt vertreten. Hierbei habe er Dinge erfahren, die ihn an diesen Umständen kaum mehr zweifeln ließen.


"Die Aussagen einiger Mafia-Bosse und Anwälte machen absolut Sinn. Sie wollen Rache für das aggressive Vorgehen der Justiz der Kennedy-Administration gegen die Mafia. Zudem waren sie absolut in der Lage, Ruby zum Mord an Oswald zu zwingen. (...) Zieht man diese Aussagen in Betracht, dann gab es eine Verschwörung."


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Zumindest mit der Einschätzung, dass es eine - von wem auch immer inszenierte - Verschwörung gab, reiht sich Shaffer in eine lange Liste von Personen des öffentlichen Lebens in den USA ein, die mittlerweile an eine Verschwörung gegen Kennedy glauben:

Schon Kennedys Amtsnachfolger, Lyndon B. Johnson, erklärte in seinen letzten Lebensjahren, dass er davon überzeugt sei, dass Fidel Castro hinter dem Attentat stecke. Auch Kennedys Bruder, Robbert Kennedy, unterstützte zwar offiziell die Schlussfolgerungen des Warren Reports, erklärte jedoch gegenüber Freunden und Angehörigen, dass der davon überzeugt sei, dass entweder Castro, die Mafia oder Elemente innerhalb der CIA hinter der Ermordung seines Bruders steckten. Selbst der aktuelle Außenminister der USA, John Kerry erklärte noch im vergangenen Jahr in einem TV-Interview, dass er bis heut "ernste Zweifel daran habe, dass Oswald alleine gehandelt hatte". Damit stehen die genannten Politiker alles andere als alleine in der US-Öffentlichkeit: Eine Umfrage der Associated Press im April 2013 ergab dass 59 Prozent der US-Bürger an eine Verschwörung hinter dem Kennedy-Attentat glauben.


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Quelle: washingtonpost.com
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