Dienstag, 21. Oktober 2014

Todesstern mit Meerblick? Auch Saturnmond Mimas könnte verborgenen Wasserozean haben

Cassini-Aufnahme des aufgrund seines charakteristischen Riesenkraters und in Anlehnung an "Star Wars" auch als "Todesstern" bezeichnete Saturnmond Mimas. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

New York (USA) - Während unter kilometerdicken Eispanzern verborgene Ozeane auf den Saturn- und Jupitermonden Titan, Enceladus, Europa und Ganymed so gut wie nachgewiesen sind, vermuten Astrophysiker auch unter den Eisschichten anderer Monde im Sonnensystem verborgene Wasserwelten. NASA-Forscher haben nun auch den Saturnmond Mimas auf die Liste dieser somit potentiell lebensfreundlichen Monde gesetzt.

Wie die Forscher um Radwan Tajeddine vom Forschungsteam der NASA-Saturn-Mission Cassini an der Cornell University aktuell im Fachjournal "Science" (DOI: 10.1126/science.1255299) berichten, könnte Mimas alternativ aber auch entweder einen gefrorenen Football-förmigen Kern besitzen.


"Die Cassini-Daten zeigen uns, dass irgendetwas im Innern von Mimas nicht so ist, wie es eigentlich sein sollte", kommentiert Tajeddine und erklärt, von zahlreichen unterschiedlichen Erklärungen, könnten nur die beiden dargestellten Modelle die das leichte Wackeln des Mondes erklären. Beide Szenarien, so der Forscher weiter, seien absolut faszinierend.


Mimas selbst entstand wohl vor etwas mehr als 4 Milliarden Jahren. Vor diesem Hintergrund sollte sich der Kern mittlerweile zu einem kugelförmigen Gebilde "entspannt" haben. "Wenn der Kern nun aber ovoid ist, so würde dies bedeuten, dass er in einer Art urzeitlichen Zustand verblieben ist", so Tajeddine.


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Verbirgt Mimas jedoch in seinem Innern einen Ozean aus flüssigem Wasser, sollten sich auch an seiner Oberfläche Anzeichen dafür finden lassen. Diese Zeichen wurden bislang aber noch nicht entdeckt. Würde er aber dennoch existieren, wäre ein solcher Ozean, so die Berechnungen der Forscher, 24 bis 31 Kilometer tief.

Mit einem Durchmesser von 396 Kilometern ist Mimas jedoch selbst zu klein, um sozusagen aus eigener Kraft innere Hitze erzeugen zu können, durch die der flüssige Ozean genügend erwärmt und somit aufrecht erhalten werden könnte. Stattdessen könnte jedoch die derzeitig elliptische Umlaufbahn des Mondes für genügend wirkende Gezeitenkräfte sorgen, um so den Ozean zu verflüssigen.


Obwohl ein innerer Ozean auf Mimas ungewöhnlich wäre, spricht die heutige Form des Mondes für diese Vorstellung - entspricht sie doch nicht dem, wie sie bei einem ovoiden Kern zu erwarten wären.


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