Donnerstag, 30. Oktober 2014

Warum gehen Bigfoot & Co nicht in Kamerafallen? Studie offenbart visuelle und akustische Schwachstellen von Wildtierkameras


Bigfoot vor der Kamerafalle? | Copyright: Boar


Coffs Habour (Australien) - Seit einigen Jahren sorgen versteckt und getarnte Kamerafallen immer wieder für zoologische Sensationen, wenn die automatisierten Wildtier-Kamerafallen exotische, vom Aussterben bedrohte oder sogar schon ausgestorben geglaubte Tierarten in freier Wildbahn dokumentieren (...wir berichteten 1, 2). Auch in der Kryptozoologie - also dem Forschungszweig, der nach Tieren sucht, die zwar bereits vielfach von Legenden und Augenzeugen, jedoch noch nicht wissenschaftlich beschrieben wurden - kommen Kamerafallen zum Einsatz. Besonders bei der Suche nach angeblichen noch unbekannten Großprimaten wie dem nordamerikanischen Waldmenschen. Bislang jedoch mit kaum nennenswertem Erfolg. Eine aktuelle Studie könnte nun erklären, warum die Fotofallen an Bigfoot und Sasquatch scheitern.

Für Wissenschaftler wie dem Anthropologen und international anerkannten Experten für den aufrechten Gang, Dr. Jeffrey Meldrum von der Idaho State University, sind die Indizien und Beweise in Form von Hinterlassenschaften der kryptiden Primaten wie u.a. Fuß- und Handabdrücke sowie die unzähligen Augenzeugenberichte mehr als ausreichend, um von der Existenz der immer noch mysteriösen Wesen auszugehen.


Doch auch Meldrum weiß um die Problematik, dass Foto- und Filmbeweise für die Existenz des Bigfoot selten sind und diese - mit Ausnahme einer kontrovers diskutierten Filmsequenz aus den 1960er Jahren - meist nur in Form unscharfer und verwackelter, aus der Ferne aufgenommener und zudem meist vielfach interpretierbarer Aufnahmen vorliegen.



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Auch der Einsatz von automatisierten Wildtierkameras in Gegenden, in denen es gehäuft zu Bigfoot-Sichtungen kommt oder Regionen wie der Olympic-Halbinsel im US-Bundesstaat Washington, die von Bigfoot-Forschern sogar als "Habitate" der legendären Wesen bezeichnet werden, änderte an dieser Situation bislang nur wenig. Zwar liegen zahlreiche Aufnahmen von Kamerafallen vor, die einen Bigfoot zeigen könnten – doch auch angesichts dieser Bilder ist eine eindeutige Bestimmung dessen, was genau die Kamerafallen ausgelöst hatte und auf den Aufnahmen zu sehen ist, nicht möglich.


Gewöhnliches Wild, ein kranker Bär oder doch Bigfoot? Eine Zuordnung ist angesichts solcher Aufnahmen nicht möglich. (Ausführliche Informationen und Diskussionen zu diesen finden Aufnahmen finden Sie HIER) | Copyright: R. Jacobs

Nicht zuletzt aus diesem Grund stehen entsprechende Aufnahmen unter ständiger Kritik, die auf die fehlende Beweiskraft verweist und in einigen Fällen sogar simple Fälschungen unterstellt.



Auge in Auge mit Bigfoot? Trailcam-Aufnahme aus Virginia. | Copyright: Barry Arrington

Die Frage, warum Bigfoot & Co nur so selten oder sogar gar nicht in Kamerafallen tappen, wird natürlich auch innerhalb der Gemeinde der Kryptozoologen seit Jahren diskutiert. Allgemeiner Konsens unter den Bigfoot-Forschern ist, dass es sich um sehr intelligente und wachsame Wesen handelt, die selbst gut getarnte Kamerafallen erkennen und wohlmöglich aufgrund ihrer sensiblen Sensorik schon von Weitem wahrnehmen können und entsprechende Orte meiden.


Während derartige Vermutungen von Kritikern und Skeptikern bislang ebenso in das Reich der Fantasie verbannt wurden, die wie Existenz der Wesen überhaupt, zeigt nun eine von der Bigfoot-Thematik gänzlich unabhängige Untersuchung australischer Wissenschaftler, dass entsprechende elektrisch Kamerasysteme trotz Tarnung tatsächlich eine Vielzahl von akustischen und visuellen Signalen aussenden, wie sie zwar von uns Menschen nicht - dafür aber wahrscheinlich von vielen Tieren wahrgenommen werden können.


Wie das Team um Paul D. Meek von der University of Canberra aktuell im Fachjournal "PLoS One" (DOI: 10.1371/journal.pone.0110832) berichtet, sei bislang nur wenig darüber bekannt, wie Tiere auf die elektrischen Instrumente und ihre Emission reagieren.


"Es gibt Fälle, in denen Forscher davon berichten, dass Tiere auf die Kamerafallen direkt reagieren", so Meek. "Für die Forschung ist dies jedoch ein meist unerwünschter Effekt und es ist wichtig zu wissen, warum und von was genau die Tiere gestört werden."


In ihrer Studie haben die Forscher 12 Modelle von Kamerafallen auf akustische Emissionen im für Menschen hörbaren und im Ultraschallbereich, sowie auf visuelle Emissionen im sichtbaren und infraroten Lichtspektrum untersucht und dabei festgestellt, dass "nahezu alle Kamerafallen Töne und Lichtsignale von sich geben, die von einer Vielzahl von Säugetieren wahrgenommen werden können."


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