Dienstag, 4. November 2014

Astronomen lösen Rätsel um mysteriöses Objekt im Zentrum der Milchstraße


Mit den Teleskopen des Keck Observatory studierten US-Astronomen das bislang mysteriöse Objekt "G2" im Zentrum der Milchstraße (Fotoillu.). | Copyright: Ethan Tweedie, ucla.edu

Los Angeles (USA) - Ein Objekt im Zentrum unserer Milchstraße sorgt schon seit vielen Jahren für Rätselraten unter Astronomen und Astrophysikern. Bislang vermuteten die meisten Forscher, dass es sich bei "G2" um eine gewaltige Wasserstoffgaswolke handelt, die sich in Richtung des gewaltigen Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Galaxie bewegt. Neue Untersuchungen zeigen nun jedoch, dass diese Vorstellung jedoch nur teilweise richtig ist.

Wie die Forscher um Gunther Witzel und Andrea Ghez von der University of California - Los Angeles (UCLA) aktuell im Fachjournal "Astrophysical Journal Letters" (DOI: 10.1088/2041-8205/796/1/L8) berichten, handelt es sich bei G2 aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur um eine Gaswolke allein, sondern um einen von einer Gaswolke umgebenen gewaltigen Stern, der einst durch die Verschmelzung zweier Sterne eines Binärsystems entstand, die das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie umkreisten.


Wie die Astronomen anhand ihrer Beobachtungen mit dem Keck Observatory berichten, wäre eine Wasserstoffgaswolke alleine schon längst von den gewaltigen Gravitationskräften des Schwarzen Lochs zerrissen worden, was sich nicht nur in einem kosmischen Feuerwerk offenbart sondern auch den Zustand des Schwarzen Lochs grundlegend verändert hätte.


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"G2 hat diesen Tanz um das Schwarze Loch nur deshalb überstanden und umkreist weiterhin das Schwarze Loch auf einer relativ stabilen Umlaufbahn, weil es sich eben nicht nur um eine einfache Gaswolke sondern um einen gewaltigen Stern handelt", erläutert Gehz.

Die Wissenschaftler erläutern weiterhin, dass wenn zwei Binärsterne in der Nähe eines Schwarzen Lochs verschmelzen, sich dieser neue Einzelstern mehr als eine Million Jahre lang massiv ausdehnt, bevor er sich wieder sozusagen zur Ruhe setzt. "Ein solcher Vorgang geschieht offenbar öfter als wir uns das bislang vorgestellt haben. Die meisten Sterne im Zentrum der Milchstraße sind gewaltig und kommen in Paaren vor. Es ist also möglich, dass viele der dort bislang bekannten Riesensterne das Ergebnis einer solchen Verschmelzung sind."


G2 werde derzeit offenbar "spaghettifiziert". Diese Bezeichnung beschreibt jenen Vorgang, wenn große Objekte durch die Anziehungskraft eines massereichen Schwarzen Lochs in die Länge gezogen werden. "Zugleich wird das Gas der Oberfläche von G2 von anderen Sternen in seiner direkten Umgebung stark aufgeheizt, wodurch eine gewaltige Wolke aus Gas uns Staub entsteht, wie sie die meisten Riesensterne umgibt", erklärt die Astronomin.


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