Mittwoch, 12. November 2014

Dänischer Forschungsrat finanziert Studie über unterirdische Trolle auf Bornholm


Darstellung eines arbeitenden Bergtrolls (r.) auf einem Holzschnitt, aus "Historia de gentibus septentrionalibus" von 1555. | Copyright: Olaus Magnus (gemeinfrei)

Ronne (Dänemark) - Mit rund 336.000 Euro unterstützt der Dänische Rat für unabhängige Forschung (Det Frie Forskningsrad, DFF) derzeit eine Promotionsarbeit über unterirdische Trolle die - glaubt man der lokalen Folklore - auf der Ostseeinsel Bornholm beheimatet sein sollen.

Wie die dänische Zeitung "Politiken" berichtet, untersucht der Anthropologe Lars Christian Kofoed Rømer, der sich schon zuvor an der Königlichen Bibliothek mit Geistern und deren Verbindung zum Tod innerhalb der dänischen Folklore auseinandergesetzt hatte, in seiner Arbeit die Verbindungen zwischen populärer Folklore und angeblich tatsächlichen Begegnungen mit den sogenannten "Unterirdischen" (dän.: Underjordiske) auf Bornholm, sowie die Frage, wie sich diese Vorstellungen bis heute erhalten und verändert haben.


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Tatsächlich leben Legenden und Geschichten über die Bornholmer Trolle bis heute noch auf der Insel und manifestieren sich bis in unsere Tage unter anderem in der populären, 1946 von Ludvig Mahler erdachten Märchenfigur des "Krolle Bolle" (Lockenstrolch), der auch als Maskottchen der Insel genutzt wird.

"Krolle Bolle ist jedoch nur die popularisierte Version alter Sagen und Legenden um tatsächliche physische Manifestationen dieser Naturwesen und ihrer Umgebung", so der Wissenschaftler gegenüber der Zeitung.

Kritik an der Unterstützung von Romers Studie wollte der Vorsitzende des DFF, Peter Munk Christiansen von der Aarhus Universitet, gegenüber der Zeitung nicht weiter kommentieren. Allerdings stütze sich der staatlich finanzierte Forschungsrat jedoch auf eine sehr breite Definition dessen, was als unterstützungswürdige Studien zu betrachten sei. Gerade die Geisteswissenschaft sieht der DFF u.a. als förderungswürdig, damit sie auf gleicher Augenhöhe mit naturwissenschaftlichen Forschungsfeldern möglich bleibe. Diesbezüglich sehe sich der DFF dem Pluralismus und einer breiten thematischen Abdeckung verpflichtet. In der aktuellen Studie gehe es um ein besseres Verständnis über die Zusammenhänge zwischen Historie und Gegenwart im Kontext lokaler Landschaften und ländlicher Gebiete.


Der DFF ist Teil des dänischen Ministeriums für Erziehung und Wissenschaft und verfügt über ein Jahresetat von 1,2 Milliarden Dänischen Kronen (ca. 16 Millionen Euro). 22,5 Millionen Kronen (ca. 3 Millionen Euro) fließen in der Förderung außeruniversitärer Doktorarbeiten wie Romers Trollstudie.


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