Montag, 10. November 2014

Frankreichs UFO-Drohnen rüsten auf: "Fliegender Scheinwerfer" über AKW Marcoule


Unheimlich schöner Anblick: Moselpanorama mit Sonne über Atomkraftwerk Cattenom. | Copyright: grewi.de

Marcoule (Frankreich) - Während die drei Mulitkopter-Piloten, die im Verdacht standen zumindest für die Drohnen-Überflüge über dem Atomkraftwerk Belville verantwortlich zu sein, wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wurden (...wir berichteten), setzt sich die Welle von Überflügen durch unbekannte Flugobjekte über französischen Atomkraftwerken fort. Waren es zunächst nur kleine "drohennähnliche Objekte", so nehmen die Beschreibungen der Objekte, die von Wach- und Sicherheitspersonal über den Atommeilern gesichtet werden, mehr und mehr UFO-artige Züge an. Über dem bislang von den ungebetenen Gästen am Himmel verschont gebliebenen Atomkraftwerk von Marcoule im Département Gard wurde nun ein "fliegender Scheinwerfer" beobachtet. Assoziationen an bekannte UFO-Vorfälle liegen auf der Hand.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP - erneut unter Berufung auf "mit der Angelegenheit vertraute", anonyme Quelle - berichtet, kam es zu dem Überflug in der Nacht auf den 7. November um 2:40 Uhr, als ein Flugobjekt ausgemacht worden sei, dass mit einem Scheinwerfer ausgestattet war.


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Sind das noch Hobby-Drohnen? Zu dieser Frage erläutert Robert Fleischer von "Exopolitik Deutschland" folgendes: "Es wäre durchaus denkbar, einen Scheinwerfer auf einen Kopter zu montieren. Doch müsste dieser enorm leistungsstark sein, um aus einer Flughöhe von, sagen wir, 30 Metern, noch einen nennenswerten Lichtkegel auf dem Boden zu erzeugen. Moderne LED-Scheinwerfer erreichen mit einer Leistung von 9 Watt immerhin die Leuchtkraft einer 60 Watt Glühlampe. Aber wäre ein solches Licht, das selbst an einer Zimmerdecke eher für gemütliche Atmosphäre denn für taghelle Ausleuchtung sorgt, wirklich ausreichend, um aus großer Höhe einen nennenswerten Lichtkegel am Boden zu erzeugen? Würde ein solches Licht überhaupt die Bezeichnung 'Scheinwerfer' verdienen? War es eventuell noch viel heller? Über die Strahlkraft des 'Scheinwerfers' können wir auf Grund mangelnder Informationslage natürlich nur spekulieren. In jedem Falle dürfte sich ein leistungsstarker Bordscheinwerfer deutlich auf die ohnehin knapp bemessene Akkulaufzeit selbst einer professionellen Drohne auswirken - und damit auch auf deren maximale Flugdauer."


Damit, so Fleischer weiter, erinnere die Beschreibung des Überflugs also weniger an den eines Multikopters, sondern schon viel eher an klassische UFO-Sichtungen, wie etwa dem Vorfall von Rendlesham Forest: "Auch damals schwebte ein Flugobjekt mit Lichtern über einer sensiblen Anlage - dem Militärstützpunkt Bentwaters/Woodbridge, der zu Zeiten des Kalten Krieges Atombomben beherbergte. Das Objekt schoss nach Angaben des stellvertretenden Kommandanten und Augenzeugen Charles Halt einen Lichtstrahl ins geheime Atomwaffenlager." Eine mögliche Parallele zu Frankreich dränge sich hier geradezu auf: "Die Nuklearanlage Marcoule spielte bis 2009 noch eine wichtige Rolle bei Frankreichs Programm zum Bau von Atombomben. Inzwischen wird sie offiziell als Kernforschungszentrum genutzt und soll ab 2016 rückgebaut werden. Die Anlage untersteht dem französischen Kommissariat für Atomenergie 'CEA'."


Tatsächlich bestätigte nun auch die CEA in einem offiziellen Statement durch den Pressesprecher Cédric Garnier gegenüber BFMTV, dass es noch weitere, nicht bekannte Überflüge über französische Kernkraftanlagen der CEA gegeben habe: "In den vergangenen Wochen wurden mehrere CEA-Anlagen überflogen." Aus ermittlungstaktischen Gründen wolle er aber keine weiteren Angaben machen. Seine Organisation erstatte jedes Mal 'systematisch Anzeige'. Bislang war lediglich ein Überflug einer CEA-Anlage bekannt geworden.


Nicht nur für Fleischer stellt sich aufgrund der aktuell bekannten Sachlage mehr und mehr die Frage, ob die französischen Kernkraftanlagen tatsächlich "nur" von Drohnen bzw. Mulktikoptern überflogen werden, oder ob es nicht an der Zeit ist, die Dinge beim eigentlich viel zutreffenderen Namen und damit als "UFOs" im Sinne unidentifizierter Flugobjekte zu bezeichnen:


"Noch immer sind kaum brauchbare Informationen über das genaue Aussehen und Flugverhalten der gesichteten Objekte öffentlich. Dass französische Stellen es auf Grund der Sicherheitsrelevanz und der laufenden Ermittlungen vorziehen zu schweigen, ist nachvollziehbar. Die neuerlichen Überflüge trotz massiver Sicherheitsmaßnahmen lassen jedoch Zweifel daran aufkommen, ob es sich tatsächlich nur um 'Drohnen' handelt, also ferngesteuerte Multikopter, von deren mutmaßlichen Piloten keine Spur zu finden ist.


Doch was sollte Frankreichs Innenministerium denn kommunizieren, wenn es anders wäre? Eine Ansage wie 'Mesdames et Messieurs, unsere Atomkraftwerke werden von UFOs inspiziert und wir können nichts dagegen tun' wäre für politische Entscheidungsträger kaum eine Option - schon gar nicht in Frankreich, das wie kaum ein anderes Land vom Atomstrom abhängig ist."


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