Donnerstag, 13. November 2014

Kometensonde Rosetta: Landung erfolgreich - Ausgang bislang ungewiss


Eine der bislang letzten bekannten Aufnahmen von Bord des Kometenlanders Philae nach dessen Abtrennung von seiner Muttersonde Rosetta, zeigt den sich nähernden Kometen Churyumov-Gerasimenko und die angepeilte Landestelle. (HIER finden sie eine vergrößerte Darstellungen). | Copyright: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR

Darmstadt (Deutschland) - Zunächst sah es wie ein voller Erfolg aus: Die Landeeinheit "Philae" hatte sich von der europäischen Kometensonde "Rosetta" erfolgreich getrennt und meldete den Touchdown um 16.34 bzw. 17.03 Uhr. Nachdem die verantwortlichen Wissenschaftler und Ingenieure zunächst jubeln konnten, zeigt sich schnell, dass bei der Landung offenbar nicht alles so funktioniert hatte wie vorgesehen. Derzeit ist der Zustand der Sonde und damit der weitere Missionsverlauf noch ungewiss. Für 14.00 Uhr hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun weitere Informationen angekündigt.

Mit einer Geschwindigkeit von dreieinhalb Kilometern pro Stunde war die Philae-Sonde offenbar zunächst aufgesetzt. Allerdings wurden die beiden Harpunen, die die Landeeinheit fest am Boden verzurren sollen, jedoch nicht gefeuert.



Rosetta blickt noch einmal auf die sich von ihr entfernende Landeeinheit Philae. (HIER finden sie eine vergrößerte Darstellungen). | Copyright: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR


Nahezu gleichzeitig wirft auch Philae einen letzten Blick zurück auf Rosetta. (HIER finden sie eine vergrößerte Darstellungen). | Copyright: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR

Derzeit suchen die ESA-Wissenschaftler noch nach den Gründen hierfür. Normalerweise sollten die Harpunen genau dann ausgelöst werden, wenn mindestens zwei der drei Landebeine fest auf der Oberfläche aufgesetzt haben. Möglich wäre also, dass Philae keinen sicheren Stand hat, gekippt ist oder aber, dass der Boden an der Landestelle sehr weich ist und den Aufprall des Landers derart stark gedämpft hat, dass der Druck auf die Beine nicht ausreichte, um die Zündung der Harpunen auszulösen. Möglicherweise, so hofft die ESA, können die Harpunen noch nachträglich und sozusagen manuell aktiviert und damit Philae sicher ausgerichtet und auf dem Kometen verzurrt werden. Nur mit gesichertem und festen Stand kann die Landeeinheit ihrer Analysen der Oberfläche und Zusammensetzung des Kometen wie geplant fortsetzten.


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Das gesamte Lander-Team ist nun damit beschäftigt, die Daten, die von Philae eingetroffen sind, zu interpretieren und so den genauen Landeablauf zu rekonstruieren, berichtet das ebenfalls an der Mission beteiligte Max-Planck-Institut: "Derzeit wird vermutet, dass Philae nach dem Aufsetzen mindestens einen kleinen 'Hüpfer' gemacht hat und nach einer Drehung zum Stehen gekommen ist.


Nahaufnahme der Kometenoberfläche durch Philae nach der Landung, deren Landebein im Bildausschnitt links zu sehen ist. (HIER finden sie eine vergrößerte Darstellungen). | Copyright: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR

Für heute werden nun die ersten Bilder der Panoramakamera von der Kometenoberfläche erwartet. Sollte darauf der Horizont sichtbar sein, wird die wichtigste Frage lauten, wie dieser im Verhältnis zu Philae verläuft. "Die größte Gefahr für die Landeeinheit bietet das Terrain selbst. Die Landschaft erscheint zwar als sehr eben, aber herumliegende Brocken oder ein Hang hätten die Landung erheblich beeinträchtigen können. Wäre die Sonde mit einem Bein auf einem Felsen oder unebenem Gelände aufgekommen und dadurch um mehr als 30 Grad aus der Horizontalen gebracht worden, hätte sie umkippen können - was wohl das Ende der Mission bedeuten würde."


Für heute (13. November 2014) 14.00 Uhr hat das DLR weitere Informationen angekündigt. Einen LiveStream hierzu finden Sie hier:



Watch live streaming video from dlrlive at livestream.com


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