Sonntag, 16. November 2014

Nach erfolgreicher erster Arbeitsphase: Rosettas Kometen-Lander Philae schweigt und schläft


Blick auf den ursprünglich geplanten und tatsächlich beim ersten aufsetzen des Landers präzise getroffenen Landeort "Agilkia". | Copyright: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA 3.0 IGO

Darmstadt (Deutschland) - Nach insgesamt mehr als 56 Stunden wissenschaftlicher Messungen auf der Oberfläche des Kometen Besuch Churyumov-Gerasimenko (67P/C-G) hat die Lande- und Laboreinheit der europäischen Kometen-Mission "Rosetta" aufgrund leerer Batterien die Arbeit vorerst eingestellt. Während die ESA-Wissenschaftler hoffen, den Lander später noch einmal für weitere Arbeiten reaktivieren zu können, befindet sich "Philae" derzeit im Schlafmodus.

Nach Tagen der Aufregung und angestrengten Suche nach der Position des Landers, während derer "Philae" jedoch fleißig die von ihm erwarteten Messungen durchgeführt und wichtige Daten via Rosetta zur Erde übertragen hatte, war der Energiezustand des Landers am 15. November 2014 um 1.36 Uhr so niedrig, dass dieser in den Schlafmodus ging.


"Philae ist ein voller Erfolg", resümiert Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die erste "heiße Phase" der Erkundung des Kometen durch "Philae".


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In einer Pressemitteilung berichtete das DLR weiter: "Seit etwa 23.30 Uhr stand Philae mit seinem Kontrollraum im DLR Köln wieder in Verbindung und sendete die wissenschaftlichen Daten für den Bohrer SD2 und das Instrument COSAC. Zu Beginn des Kontakts hatten die Ingenieure im Lander Control Center des DLR noch weitere Kommandos zu Philae geschickt. Und der Lander hielt sich tapfer, obwohl mehrfach die Funkverbindung zur Erde abriss: Immer wieder jubelten die Wissenschaftler der Mission, als kontinuierlich neue Daten aus dem All eintrafen. 

Rosetta blickt noch einmal auf die sich von ihr entfernende Landeeinheit Philae. (HIER finden sie eine vergrößerte Darstellungen). | Copyright: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR

So führte der Lander noch in der Nacht Messungen mit dem Instrument Ptolomy durch, nahm zwei Bilder mit der ROLIS-Kamera auf und durchleuchtet gemeinsam mit dem CONSERT-Instrument auf dem Orbiter Rosetta den Kometen. Außerdem gelang es dem Team im LCC, den Körper des Landers mit den Solarpaneelen um 35 Grad zu rotieren. So ist der Lander besser auf die Sonne ausgerichtet - davon erhofft sich das Kontrollraumteam, dass die Batterien des Landers an seinem recht schattigen Standort schneller aufladen können. Philaes Ruhezustand bedeutet auch für das Team im Lander Control Center eine Ruhepause: 'Nach einer sehr aufregenden und erfolgreichen Woche nimmt sich Philae jetzt die Zeit, sich auszuruhen - und auch das Team kann jetzt wieder Atem schöpfen', sagt DLR-Ingenieur Koen Geurts. In den vergangenen Tagen hatte das LCC rund um die Uhr gearbeitet, um den Lander zu kommandieren und die Zeit der sogenannten 'First Science Sequence' - der ersten wissenschaftlichen Phase - optimal zu nutzen.


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