Dienstag, 18. November 2014

Rosettas Komet 67P/C-G sendet mysteriöses magnetisches Signal


Rosetta-Aufnahme des Kometen 67P/C-G, aufgenommen am 3. August 2014 und ein Frequenzbild des kurze Zeit später erstmals aufgezeichneten "Gesang" des Kometen. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA (Comp. grewi.de)

Braunschweig (Deutschland) - Schon im vergangenen August haben Wissenschaftler des "Rosetta’s Plasma Consortium" (RPC) ein mysteriöses Signal entdeckt, das vom Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko ins All gesendet wird. Um was genau es sich dabei handelt sei bislang noch rätselhaft.

Wie die europäische Raumfahrtagentur ESA unter Berufung auf den Chefwissenschaftler des RPC, Karl-Heinz Glaßmeier von der Technisches Universität Braunschweig berichtet, besteht das RPC-Projekt an Bord der Kometensonde Rosetta aus insgesamt fünf Instrumenten, die eine Vielzahl unterschiedlicher Informationen über die Plasma-Umwelt liefern, die den Kometen umgibt. Bei Plasma handelt es sich sozusagen um den vierten Zustand von Materie, und es besteht aus elektrisch leitfähigem Gas, das magnetische Felder und elektrische Ströme mit sich führen kann.


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Die Instrumente sollen eine Vielzahl mit diesem Plasma einhergehender Phänomene untersuchen. Zu diesen Phänomenen gehört auch die Interaktion des Kometen mit dem geladenen Teilchen des Sonnenwindes. Hinzu erforschen die RPC-Instrumente Veränderungen der Kometenaktivität, die Struktur und Dynamik der dünnen Plasma-Atmosphäre (die sog. Coma) und die physikalischen Eigenschaften des Kometenkerns und der Oberfläche.

Eine diese Untersuchungen lieferte dann jedoch ein selbst für die Wissenschaftler überraschendes Ergebnis: "Der Komet scheint eine Art 'Gesang' in Form von Schwingungen im magnetischen Feld der Planetenumgebung von sich zu geben. Der Komet singt dieses 'Lied' auf 40-50 Millihertz und damit deutlich unterhalb der für uns Menschen hörbaren Bandbreite, die zwischen 20 Hz und 20 kHz liegt." Um diesen "Kometengesang" hörbar zu machen, haben die Wissenschaftler die von RPC-Mag-Instrument aufgezeichneten Sequenz um den Faktor 10.000 erhöht.


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Zum ersten Mal waren die Forscher im vergangenen August auf das Signal aufmerksam geworden, als sich die Rosetta-Sonde dem Kometen erstmals auf 100 Kilometer näherte.


Die Wissenschaftler um Glaßmeier vermuten, dass das Signal "auf irgendeine Weise von der Aktivität des Kometen erzeugt wird, wenn neutrale Partikel ins All strömen und hier innerhalb der Plasma-Atmosphäre des Kometen durch Ionisation elektrisch aufgeladen werden. Allerdings sei der genaue physikalische Mechanismus hinter den Schwingungen weiterhin rätselhaft.


"Dieses Signal ist wirklich faszinierend, da es für uns völlig neu ist", so Glaßmeier. "Wir haben ein solches Signal nicht erwartet und arbeiten immer noch daran, die physikalischen Vorgänge dessen was da vor sich geht zu verstehen."


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