Samstag, 22. November 2014

Weltweit größter antiker Monolith in Baalbek entdeckt


Neuste Aufnahme der gewaltigen Monolithe von im Steinbruch von Baalbek. Mittlerweile scheint der bislang als weltweit größter antiker Monolith geltende Hajjar al-Hibla (Bildmitte) gänzlich freigelegt. Unmittelbar rechts darunter, ist der im Sommer 2004 neu entdeckte, und gut erkennbar noch gewaltigere Monolith zu sehen. | Copyright: DAINST.orgCC-by-NC-ND

Baalbek (Libanon) - Die Ruinen des Jupitertempels in der antiken Provinzhauptstadt Baalbek im heutigen Libanon sind für ihre gewaltigen Podiumsmauersteine weltweit bekannt. Der Steinbruch, aus dem das Baumaterial des Tempels stammt, birgt mit dem jedoch schon seit Jahren bekannten "Hajjar al-Hibla" (Stein der schwangeren Frau) den bislang größten bearbeiteten Baustein der antiken Welt. Jetzt haben deutsche und libanesische Archäologen direkt neben diesem Monolith allerdings einen weiteren Steinriesen entdeckt, der den bisherigen Rekordhalter in Masse und Maßen noch deutlich übertrifft.

Wie das Deutsche Archäologische Institut (DAINST) aktuell berichtet, wurde bei Ausgrabungen im vergangenen Sommer in der Steinlage unter und direkt neben dem "Hajjar al-Hibla" ein weiterer megalithischer Steinblock gefunden, der dessen Maße mit 19,6 Metern Länge, 6 Metren Breite und mindestens 5,5 Metern Höhe noch deutlich übertrifft. Um die genaue Höhe feststellen zu können, muss die archäologische Sondage in einer nächsten Ausgrabungskampagne zudem noch erweitert werden.


Während man das Gewicht des "Hajjar al-Hibla" mit knapp 1.000 Tonnen (also 1.000.000 Kilogramm) berechnen konnte, bringt es der neu entdeckte Monolith auf etwa 1650 Tonnen (1.650.000 Kilogramm). "Da eine Schmalseite bereits sehr gut geglättet ist und die Vorgaben für die Glättung einer Langseite erhalten sind, muss geplant gewesen sein, den Block in diesen Gesamtmaßen auszuliefern und zu transportieren", so die Archäologen um Prof. Dr. Jeanine Abdul Massih von der Lebanese University und derzeit Senior Fellow des Exzellenzclusters TOPOI und langjährige Kooperationspartnerin im Baalbek-Projekt der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. "Damit handelt sich um den bislang größten bekannten Steinblock aus der Antike."


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Zudem konnten die Archäologen anhand der diesjährigen Ausgrabungen neue Daten zur Abbautechnik sowie zum Transport dieser Megalithen zu finden. Es wurden Bearbeitungsspuren dokumentiert und die alten, durch die Steinbrucharbeiten entstandenen Abfallhalden nach datierbaren und stratifizierbaren Keramikscherben und Kleinfunden untersucht.


Die bislang bekannte Ansicht des Hajjar al-Hibla. | Copyright: Ralph Ellis, GDFL (WikimediaCommons)

Auf dieser Grundlage sind sich die Archäologen nun sicher, dass der Steinblock "Hajjar al-Hibla" deshalb im Steinbruch liegen gelassen wurde, weil sich seine Steinqualität in einer Ecke als minderwertig erwies und ein natürlicher Riss den Block vermutlich beim Transport hätte brechen lassen.


+ + + GreWi-Kommentar
Außerhalb der Klassischen Archäologie ist Baalbek und die charakteristische Schieflage der "Schwangeren Frau" auch in Prä-Astronautik-Kreisen bekannt und wurde von einigen Autoren, vornehmlich 1959 von dem russischen Ethnologe und Prä-Astronautik-Vordenker Prof. Modest M. Agrest, u.a. als antike oder gar vor-antike Raketenstartrampe oder Landeplattform außerirdischer Raumschiffe interpretiert. Unter Berufung auf Agrest griffen später auch Erich von Däniken und Zecharia Sitchin entsprechende Ideen auf. Die offenbar von den meisten Autoren jedoch ungeprüft übernommenen Angaben, darauf basierenden prä-astronautischen Schlussfolgerungen und Spekulationen stammen jedoch aus dem 19. Jahrhundert und halten – so eine Kritik daran auf "Mysteria3000" - späteren und den aktuellen archäologischen Untersuchungsergebnissen nicht stand.


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