Sonntag, 14. Dezember 2014

Auch auf Farbaufnahmen ist Rosettas Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko grau


Ein Farbbild des Rosetta-Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zusammengestellt aus drei Aufnahmen, die am 6. August 2014 vom Kamerasystem OSIRIS mit Hilfe des roten, grünen und blauen Filters aus einer Entfernung von 120 Kilometern gemacht wurden. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Göttingen (Deutschland) - Anhand der Aufnahmen des Kamerasystems OSIRIS an Bord der europäischen Sonde Rosetta haben Forscher die ersten Farbaufnahmen des Rosetta-Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erstellt. Obwohl die Farbenpracht, in der sich der Komet dem bloßen menschlichen Auge zeigen würde, fällt das Ergebnis doch enttäuschend grau aus. Für die Wissenschaft offenbaren die Aufnahmen allerdings wichtige Informationen.

Wie die das Kamerasystem leitenden Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) erläutern, entstanden die neuen Aufnahmen durch sorgfältiges Überlagern zahlreicher der mit roten, grünen und blauen Filtern aufgenommenen Aufnahmen.


"Wir bezeichnen OSIRIS oft als die Augen von Rosetta", sagt Holger Sierks der Leiter des OSIRIS-Teams am MPS. "Allerdings unterscheiden sich diese Augen stark von unseren menschlichen." Das Kamerasystem ist mit mehreren Farbfiltern ausgerüstet, die nur eine begrenzte Bandbreite des Lichtes durchlassen. Intensitätsunterschiede in OSIRIS-Bildern basieren deshalb stets nur auf einem kleinen Teil des Sonnenlichts, das der Komet ins All reflektiert. "Für wissenschaftliche Fragestellungen sind diese Aufnahmen solchen überlegen, die sich aus allen Wellenlängen zusammensetzen", so Sierks. Auf diese Weise lassen sich etwa die Fingerabdrücke bestimmter Mineralien oder Vorgänge wie Weltraum-Erosion aufspüren.


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"Wie sich herausstellte, sieht 67P dunkelgrau aus, in Wirklichkeit fast so schwarz wie ein Stück Kohle", beschreibt Sierks weiter. Um Strukturen auf der Oberfläche des Kometen überhaupt sichtbar zu machen, wird die Intensität der Aufnahmen erhöht, wodurch sich hellere Grautöne ergeben.

Wissenschaftlich betrachtet zeigen diese ersten Analysen, dass der Rosetta-Komet rotes Licht geringfügig effizienter reflektiert als Licht anderer Wellenlängen. Dieses Verhalten zeigen auch andere kleine Körper im Sonnensystem und beruht auf der feinen Körnung der Oberflächen. Es bedeutet jedoch nicht, dass der Komet sich dem bloßen Auge rötlich zeigt. Da im natürlichen Sonnenlicht die roten Komponenten leicht unterdrückt sind, ergibt sich insgesamt ein grauer Eindruck.


"Lange bevor Rosetta am Kometen 67P eintraf, hatten erdgebundene Beobachtungen bereits auf eine solche Graufärbung hingewiesen", erläutert die MPS-Pressemitteilung. "Nicht erwartet hatten die Forscher hingegen, dass der Komet selbst auf den kleinen Skalen, die jetzt erstmals OSIRIS auflösen kann, ausgesprochen gleichmäßig gefärbt ist. Dies deutet auf eine sehr einheitliche Zusammensetzung der Oberfläche hin. So enthalten die Bilder beispielsweise keine Anzeichen gefrorenen Wassers. Solch vereisten Stellen würden bläulich wirken, also im blauen Filter heller erscheinen als in den anderen Filtern. Stattdessen ist das Eis des Kometen offenbar unter seiner Oberfläche verborgen."


Die insgesamt 25 Filter von OSIRIS sind so ausgewählt, dass sie auf der Kometenoberfläche nicht nur Eis aufspüren können, sondern auch bestimmte Mineralien wie Pyroxene und Hydrate (Kristallwasser) auf der Kometenoberfläche. Zudem machen sie die Verteilung verschiedener Gase in der Atmosphäre des Kometen sichtbar. Die weitere Auswertungen dieser Daten dauert noch an.


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