Mittwoch, 10. Dezember 2014

"Biologische Landwirtschaft könnte sogar Weltbevölkerung ernähren" - Metastudie belegt geringere Ertragslücke zwischen Bio und konventioneller Landwirtschaft möglich


Symbolbild: Getreidefeld. | Copyright: grewi.de

Berkeley (USA) - Biologische Landwirtschaft ist deutlich weniger ertragreich als konventioneller Landbau - so lautete zumindest ein jahrzehntelang gehegtes Vorurteil gegen Bio & Co. Eine erstmals erstellte Metastudie zeigt nun jedoch, dass dies nur bedingt stimmt und Bauern durch die konsequente Nutzung biologischer Anbaumethoden den Unterschied auf weniger als zehn Prozent "Verlust" im Vergleich zum konventionellen Landwirtschaft reduzieren können. Neben dem Gewinn für die Natur könnte auf diese Weise sogar die Weltbevölkerung allein durch den Ertrag biologischer Landwirtschaft ernährt werden.

Wie die Forscher um Lauren Ponisio und Claire Kremen von der University of California in Berkley aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" (DOI: 10.1098/rspb.2014.1396) berichten, zeige ihre Metastudie auf der Grundlage von 115 Untersuchungen, dass schon der jetzt festgestellte Unterschied von rund 19,2 Prozent geringer sei als bislang angenommen. Besonders Methoden wie Fruchtwechsel und gemischter Anbau könnten diesen Abstand zum Ertrag der konventionellen Landwirtschaft zudem um weitere 10 Prozentpunkte reduzieren und gleichzeitig deren negative Nebenwirkungen wie den Schwund von Lebensräumen und Artenvielfalt oder die Umweltbelastungen durch den Einsatz von Giften und Kunstdünger reduzieren bzw. auszuschließen.


Die Erträge hängen zudem auch stark von den angebauten Erntefrüchten ab, sodass es angesichts bestimmter Sorten wie Bohnen, Erbsen und Linsen kaum unterschiede zwischen Bio- und konventionellem Anbau gebe.


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"Unsere Studie zeigt auf, dass durch angemessene Investitionen in Forschung und Entwicklung zur Verbesserung der biologischen Landwirtschaft die Ertragslücke zwischen Bio- und konventionellem Anbau noch mehr reduziert oder in einigen Regionen sogar aufgehoben werden könnte.

"Es ist wichtig zu verstehen, dass unser derzeitig Landwirtschaftssystem wesentlich mehr Nahrung produziert als wir jedem einzelnen Menschen auf dem Planeten zukommen lassen können", so Kremen. "Im Kampf gegen den Hunger auf der Erde brauchen wir also keine höhere Produktion von noch mehr Nahrungsmitteln, sondern einen einfacheren Zugang für die (bedürftigen) Menschen zu den Nahrungsmitteln."


Darüber hinaus sei die Steigerung des Anteil nachhaltiger Landwirtschaft, die sich biologischer Anbaumethoden bedient, keine Frage der Wahl sondern eine Notwendigkeit. "Wir können zukünftig nicht mehr einfach nur Nahrungsmittel produzieren, ohne dabei auch Rücksicht auf unsere Böden, das Wasser und die Artenvielfalt zu nehmen", mahnen die Forscher abschließend.


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