Freitag, 19. Dezember 2014

Verwirrung um Yeti-DNA-Analyse: DNA stammt von modernem Eisbären - nicht von Himalayabären


Archivbild: Eisbär. | Copyright: Hannes Grobe/AWI, CC-BY-SA 2.5

Oxford (England) - Erst gestern berichteten wir über einen Fehler bei der Identifizierung der DNA-Analyseergebnisse angeblicher Yeti-Haarproben durch den Oxford-Genetiker Dr. Brian Sykes und Kollegen. In dieser gestrigen Meldung berichteten wir, dass die DNA nicht, wie von Sykes und Kollegen ursprünglich berichtet, mit der eines urzeitlichen Eisbären, sondern mit der des Himalayabären übereinstimme. Heute müssen wir leider eingestehen, dass auch diese Zuordnung falsch war, bzw. von uns nicht korrekt dargestellt wurde. GreWi bittet dies an dieser Stelle zu entschuldigen. Richtig ist: Die in den angeblichen Yeti-Proben gefundene DNA stammt nicht von einem urzeitlichen Eisbären des Pleistozäns sondern stimmt zu 100 Prozent mit der moderner, heute lebender Eisbären überein. Was diese Bären jedoch im Himalaya zu suchen haben, ist weiterhin rätselhaft.

Unser Fehler entstand durch eine Vermischung unterschiedlicher Quellen der Nachricht. Hauptsächlich durch die in unserer Meldung zitierten Originalpublikationen im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" und einer uns vorliegenden dazugehörigen (von GreWi in der Meldung jedoch nicht genannten) Meldung der BBC.


Wie die US-Kryptozoologe Loren Coleman in seinem Artikel richtig feststellt, hat der BBC-Autor die Fakten der neuen Zuordnung offenbar etwas vorschnell (wenn auch möglicherweise im Sinne der Autoren) weiterinterpretiert und diese Interpretation fälschlicherweise als Zitat der Autoren gekennzeichnet.


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Die Fakten, wie sie auch in der Originalpublikation von Dr. Ceiridwen Edwards von der University of Oxfordshire und Dr. Ross Barnett vom Statens Naturhistorikse Museum der Universität Kopenhagen aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" (DOI: 10.1098/rspb.2014.1712) und in der Antwort von Dr. Brian Sykes und Kollegen (DOI: 10.1098/rspb.2014.2434) zu finden sind, sind folgende:
- Die ursprüngliche Schlussfolgerung (von Sykes et al.), dass die angebliche Yeti-DNA zu 100 Prozent mit der eines urzeitlichen Eisbären übereinstimmt ist falsch.
- Richtig ist, dass die angebliche Yeti-DNA zu 100 Prozent mit der eines modernen Eisbären (Ursus maritimus) übereinstimmt.
Während (wie auch von GreWi gestern falsch berichtet) die Übereinstimmung der angeblichen Yeti-DNA mit der des zwar seltenen aber dennoch im Himalaya beheimateten Himalayabären (Ursus arctos isabellinus) keine Merkwürdigkeit darstellen würde, stellt der durch die DNA-Analyse belegte Umstand der Existenz mindestens zweier Eisbären mit einem Altersunterschied von rund 40 Jahren (entspricht dem Altersunterschied der analysierten Proben) im für Eisbären eigentlich fremden Himalaya die Forschung weiterhin vor ein Rätsel.

Und nun macht auch die Schlussbemerkung in der Antwort von Sykes et al. Zum nachgewiesenen Fehler wieder Sinn: "In unserem Originalartikel unterstreichen wir, dass die wahre Identität dieses faszinierenden Tieres neu definiert werden muss - vorzugsweise durch eine DNA-Sequenz aus einer frischen Gewebeprobe, die von einem lebenden Exemplar gewonnen wird, angesichts derer die DNA-Degeneration keine Bedenken mehr darstellt."


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