Dienstag, 20. Januar 2015

Astronomen gelingt erstmals Live-Ortung eines Radiowellenblitzes aus unbekannter Quelle


Künstlerische Darstellung des Parkes Radio Telescope (Illu.). | Copyright: Swinburne Astronomy Productions

Kopenhagen (Dänemark) - Erstmals ist es Astronomen gelungen, einen Radioblitz zu registrieren, noch während dieser sich ereignete. Damit liegen erstmals Live-Daten für die immer noch rätselhaften Radioblitze vor, die erstmals 2007 entdeckt wurden - deren Quelle die Wissenschaftler jedoch bis heute vor ein Rätsel stellt.

Erstmals in Archivdaten des australischen Parkes Radio Telescope entdeckt, wurde das bis dahin unbekannte Phänomen nur wenige Millisekunden andauernder Ausbrüche von Radiowellen in den vergangenen Jahren immer wieder entdeckt (...wir berichteten). Allerdings wurden diese Ereignisse bislang erst in den Aufzeichnungen der Radioteleskope gefunden und nicht unmittelbar während sie sich ereignet hatten.


Wie das Team um Emily Petroff von der Swinburne University of Technology aktuell im Fachjournal "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" (DOI: 10.1093/mnras/stu2419) berichtet, gelang ihnen mit dem Parkes Telescope nun erstmals eine Live-Beobachtung eines Radioblitzes. Erstmals konnten die Astronomen somit auch bestimmen, dass sich die Quelle des Radioblitzes rund 5,5 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt befindet. Um was genau es sch bei dieser Quelle jedoch handelt, ist damit noch immer nicht bekannt.


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Durch Folgebeobachtungen mit zahlreichen anderen Teleskopen auf der Erde und im Weltraum, konnten Astronomen die Quellregion auch in anderen Wellenlängen untersuchen: "Mit dem Röntgen-Weltraumteleskop 'Swift' haben wir zwei Röntgenquellen auf dieser Position entdeckt", berichtet die Astrophysikerin Daniele Malesani vom Dark Cosmology Centre am Niels Bohr Institut der Universität Kopenhagen. Danach wurden diese beiden Röntgenquellen mit dem Nordic Optical Telescope auf La Palma auch im sichtbaren Licht untersucht: "Hierbei entdeckten wir, dass sich in gleicher Richtung wie die beiden Röntgenquellen zwei Quasare - also zwei aktive Schwarze Löcher - befinden. Allerdings haben diese nichts mit den Radioblitzen zu tun", erklärt Giorgos Leloudas, Dark Cosmology Centre und vom Weizmann Institute in Israel.

Obwohl die Forscher also die Quell-Richtung in unterschiedlichen Spektren absuchen konnten, entdeckten sie nichts, was den erneuten Radioblitz bislang erklären könnte: "Immerhin wissen wir jetzt, was es nicht ist", kommentiert Malesani die aktuellen Ergebnisse weiter. "Der Radiowellenausbruch könnte in einigen wenigen Millisekunden so viel Energie ins All geschleudert haben, wie sie unsere Sonne an einem Tag abgibt. Der Umstand jedoch, dass wir in keinen anderen Wellenlängen etwas sehen, schließt eine Vielzahl astronomischer Phänomene, wie sie für gewöhnlich mit derart gewaltigen energiereichen astronomischen Ereignissen, wie etwa Gammastrahlenausbrüchen oder Supernovae einhergehen, aus."


Zugleich konnte mit dem Parkes Telescope aber anhand der Polarisation des Lichts nachgewiesen werden, dass sich in der Quelle des aktuell gemessenen Radioblitzes ein starkes magnetisches Feld befindet. Anhand der aktuellen Beobachtungen vermuten die Forscher, dass die Radioblitze mit einem sehr kompakten Objekt in Verbindung stehen. In Frage kommen könnten Neutronensterne, Schwarze Löcher, Kollisionen schwerer Objekte oder Sternenbeben sein.


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