Dienstag, 27. Januar 2015

"Der Junge, der aus dem Himmel zurückkehrte" - Berühmter Nahtod-Zeuge bezeichnet eigene Aussagen als Schwindel


Alex Malarkey. | Copyright: unbek. (Quelle: dailygrail.com)

Washington (USA) - Zumindest in den USA gehört der heute 16-jährige Alex Malarkey zu den berühmtesten Zeugen einer Nahtoderfahrung. Nicht zuletzt, weil das Buch, das sein Vater über die angeblichen Erlebnisse seines Sohnes im Himmel und die Rückkehr schrieb, zu einem Bestseller wurde. Jetzt hat "der Junge der aus dem Himmel zurückkehrte" seine eigenen Aussagen und damit auch den Inhalt des Buches zurückgezogen und sich für den "Schwindel" entschuldigt. Die Erklärung für den überraschenden Sinneswandel weckt jedoch nicht nur bei Gläubigen sondern auch bei Skeptikern der Vorstellung von einem Leben nach dem Tod und dem Erlebnis einer himmlischen Umgebung während Nahtoderlebnissen gewisse Zweifel.
Korrekturhinweis d. Redaktion, 27.01.2015, 18:45h:
In unserer ursprünglichen Übersetzung der Erklärung von Alex ist uns ein Fehler unterlaufen: Statt "Einzig und allein durch die Wiederholung unserer Sünden und unseren Glauben an Jesus den Sohn Gottes (...)", muss es natürlich heißen: "Einzig und allein durch das Bereuen unserer Sünden und unseren Glauben an Jesus den Sohn Gottes (...)". Wir bitten dies zu entschuldigen und haben den folgenden Text entsprechend korrigiert.
In einem offenen Brief an christliche Verlage und Vertriebe christlicher Bücher, die auch sein eigenes Buch "The Boy Who Came Back from Heaven" (Dt.: “Der Junge, der aus dem Himmel zurückkehrte: Eine wahre Geschichte”) vertreiben und der vor zwei Wochen auf der Internetseite "PulpitAndPen.org" veröffentlicht wurde, schreibt Malarkey folgendes:
"Bitte vergeben Sie mir die Kürze (meiner Erklärung), aber aufgrund meiner Einschränkungen muss ich mich kurz fassen.
Ich bin nicht gestorben. Ich war nicht im Himmel.

Ich habe gesagt, dass ich im Himmel war, weil ich dachte, dass mir (durch diese Geschichte) Aufmerksamkeit zuteil werden würden. Zum Zeitpunkt, als ich diese Behauptungen gemacht habe, hatte ich die Bibel noch nicht gelesen. Menschen haben von Lügen profitiert und tun dies auch immer noch. Sie alle sollten die Bibel lesen. Mehr braucht es nicht. Die Bibel ist die einzige Quelle der Wahrheit. Denn alles was Menschen schreiben, kann nicht unfehlbar sein.


Einzig und allein durch das Bereuen unserer Sünden und unseren Glauben an Jesus den Sohn Gottes, der für unsere Sünden gestorben ist, obwohl er selbst keine Sünden begangen hatte, können wir Vergebung erfahren und vielleicht auch jenseits dessen, was in der Bibel geschrieben steht lernen, wie der Himmel ist. Dies ist aber nicht möglich, in dem man das Werk eines Menschen liest.


Ich möchte, dass die ganze Welt erfährt, dass die Bibel genügt. Jene, die diese Materialien (Anm.d.GreWi-Red.: also Malarkeys eigenes Buch u.ä.) vermarkten müssen dazu aufgefordert werden, Buße zu tun und sich an die Bibel zu halten."


In Jesus Christus

Alex Malarkey"

(Engl. Originalversion:
Please forgive the brevity, but because of my limitations I have to keep this short. I did not die. I did not go to Heaven.


I said I went to heaven because I thought it would get me attention. When I made the claims that I did, I had never read the Bible. People have profited from lies, and continue to. They should read the Bible, which is enough. The Bible is the only source of truth. Anything written by man cannot be infallible.


It is only through repentance of your sins and a belief in Jesus as the Son of God, who died for your sins (even though he committed none of his own) so that you can be forgiven may you learn of Heaven outside of what is written in the Bible…not by reading a work of man.


I want the whole world to know that the Bible is sufficient. Those who market these materials must be called to repent and hold the Bible as enough.


In Christ, Alex Malarkey)
Während zahlreiche Skeptiker, wie etwa Benjamin Radford von der Zeitschrift "Skeptical Inquirer", trotz der unübersehbar religiösen Prägung der obigen Erklärung dieses Eingeständnis feiern und Malarkey "Respekt" für seinen Mut zur Wahrheit zollen, 
hinterfragen andere und selbst skeptische Beobachter die Ursache und Motivation des offensichtlich von einer tiefen dogmatisch-christlichen Überzeugung mit orthodoxen Zügen geprägten Geständnisses.

Tatsächlich distanzieren sich viele entsprechend christliche Vertreter schon länger von Nahtoderfahrungen und warnen sogar davor, diese "Märchengeschichten" gar als Beweis für die unsterbliche Seele und den Himmel zu werten.


Als Reaktion auf Alex' Aussagen der deutsche Verlag des Buches, GehrtMedien, "mit Bestürzung" erklärt, dass man "das Buch unverzüglich aus dem Programm genommen" habe. "Dieselbe Entscheidung hat auch der amerikanische Originalverlag getroffen."


Wissenschaftler streiten hingegen über die Beurteilung von Nahtod- und außerkörperlichen Erfahrungen als Beweise für die Existenz der Seele und ein Leben nach dem Tod. Während Forscher wie etwa der niederländische Arzt und Wissenschaftler Dr. Willem (Pim) van Lommel eine tiefgreifende Neubewertung der bisherigen (meist kritischen) Interpretationen zur Entstehung von Nahtod-Erfahrungen und Bewusstsein fordert, sehen Skeptikervereinigungen wie die GWUP darin vornehmlich "lediglich Manifestationen der normalen Hirnfunktion, die während eines traumatischen Erlebnisses 'entgleise'".


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