Donnerstag, 8. Januar 2015

Fossile Bakterien auf dem Mars? Studie sieht auffallende Ähnlichkeiten zwischen Mars-Böden und bakteriell veränderten Böden auf der Erde


Bildvergleich zwischen Rissen in Mars-Sedimenten (A) und solchen, wie sie von Mikroben in irdischen Sedimenten (B) hervorgerufen wurden . | Copyright/Quelle: NASA / N.Nofke

Norfolk (USA) - Der Mars hatte einst eigentlich alle Zutaten, die es für die Entstehung von Leben braucht: Ein mildes Klima und damit flüssiges Wasser an der Oberfläche, organische Chemie im Gestein, eine dichte Atmosphäre und selbst heute noch findet sich mehr Methan in dieser Atmosphäre, also dort eigentlich erwartet wurde. Was bislang noch aussteht, ist der direkte Nachweis aktiven Lebens - oder zumindest die Entdeckung versteinerter Mikroben oder deren fossiler Hinterlassenschaften. Genau dieser Facette hat sich eine aktuelle Studie angenommen und beschreibt faszinierende Übereinstimmungen der Struktur verschiedener Marsböden und -Gesteine, die von den Mars-Rovers entdeckt und fotografiert wurden, mit den Merkmalen irdischer Böden, die von Mikroorganismen auf charakteristische Weise verändert wurden.

Wie die Geomikrobiologin Nora Nofke von der Old Dominion University aktuell im Fachjournal "Astrobiology" (DOI:
10.1089/ast.2014.1218) erklärt, untersucht sie seit nunmehr 20 Jahren die Strukturen irdischer Sedimente, die von Mikroben verändert wurden (microbially induced sedimentary structures, MISS). Hierbei gelang es hier in der westaustralischen Dresser Formation Beweise für 3,48 Milliarden Jahre alte derartige Mikroben-Fossilien zu finden. Die nun von ihr anhand der Aufnahmen des NASA-Mars-Rovers "Curiosity" untersuchten geologischen Aufbrüche im sogenannten Gillespie Lake, einem trockenen Seebett auf dem Mars, sind rund 3,7 Milliarden Jahre alt. "Hier gab es immer wieder jahreszeitliche Überflutungen - ideal also für hypothetische Mirkoben, um zu gedeihen."

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Auf der Erde beherbergen gerade solche seichte Gewässer Kolonien von Mikroben, die Sedimente binden und zu heute noch als solche identifizierbaren Strukturen neu anordnen. Diese Strukturen können überall auf der Welt in unterschiedlichen Formationen und Formen gefunden werden, etwa ich sogenannten Taschen, Kuppen, erosiven Überresten, Wickelfalten, Späne, Gruben oder Aufrissen.


Um Nofkes Theorie überprüfen zu können, müssten jedoch entweder Proben dieser Mars-Strukturen zur Erde gebracht und hier untersucht werden oder noch genauere Analyseinstrumente auf dem Mars zum Einsatz kommen. Bislang diskutiere ihr Artikel also nur die besten Indizien und Beweise und hebt die erstaunlichen Ähnlichkeiten hervor, so die Forscherin abschließend.


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