Freitag, 30. Januar 2015

Fossilien unbekannter Frühmenschenart in Nordchina entdeckt?


Zähne der Funde von Xujiayao. | Copyright: Martinon-Torres

Burgos (Spanien) - Eine Neuauswertung fossiler Schädelknochen und Zähne, die schon 1976 in der nordchinesischen Ausgrabungsstelle Xujiayao gefunden wurden, zeigt Merkmale dieser Fossilien, die weder zu modernen Menschen (Homo sapiens), noch zu Neandertalern, den Hobbits (Homo floresiensis), den vorderasiatischen Denisova-Menschen noch zu einer bislang lediglich genetisch nachgewiesenen vierten Menschenart zählt, die sich einst mit den Denisova vermischt hatten. Was genau diese Menschen waren, ist bislang noch unbekannt.

Die Fossilien stammen von insgesamt vier Individuen, die vor 60.000 bis 120.000 Jahren in Nordchina lebten. Alternativ zur Vorstellung einer gänzlich eigenen, bislang noch unbekannten Frühmenschenart könnte es sich vielleicht aber auch um das Ergebnis einer Vermischung zweier bekannter Spezies handeln.

Wie die Forscher um María Martinón-Torres vom spanischen Centro Nacional de Investigación sobre la Evolución Humana aktuell in der Fachzeitschrift "American Journal of Physical Anthropology" (DOI: 10.1002/ajpa.22641) berichten, zeigt ein Vergleich der Zahnformen und deren anatomische Anordnung und Merkmale mit einem Datenpool mit mehr als 5.000 Zähnen aller bekannten homininen Arten.


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Die untersuchten Zähne gleichen demnach weder denen moderner Menschen, sondern weisen einige primitive Merkmale auf. Einige davon gleichen der jedoch älteren Art des Homo erectus, während andere wieder denen von Neandertalern gleichen. Andere Skelettteile wiederum passten weder zu der einen noch zu einer anderen bekannten Art.

Dennoch, so berichtet die BBC, sind die Forscher zurückhaltend, die Funde eindeutig einer neuen Menschenart zuzuschreiben: "Was wir hier vorliegen haben, ist eine uns unbekannte Menschengruppe. Es handelt sich weder um Homo sapiens noch um Homo neanderthalensis. Die besitzt einen Mix aus sehr primitiven Merkmalen, die uns bislang noch unbekannt sind. Bevor wir aber einen Schritt weiter gehen, müssen wir diese Funde aber noch genauer mit anderen vergleichen. Vielleicht passen sie doch noch irgendwie zu bekannten Spezies. Vielleicht sogar zu Denisova-Menschen?"


Jetzt hoffen die Forscher auf weitere Knochenfunde, um so ausführlichere Vergleiche anstellen zu können.


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