Mittwoch, 7. Januar 2015

Kepler-Daten offenbaren neue erdähnliche Planeten in habitablen Zonen um ferne Sterne


Grafische Darstellung der bislang hoffnungsvollsten Kepler-Planeten für erdartig und erdähnliche Exoplaneten (Illu). | Copyright: NASA

Washington (USA) - Mit dem NASA-Weltraumteleskop Kepler haben Astronomen neue Kandidaten für sogenannte Exoplaneten - also Planeten um ferne Sterne - entdeckt. Während mittlerweile noch 4.000 dieser Kandidaten auf eine weitere Überprüfung und Bestätigung warten, konnten NASA-Wissenschaftler nun den 1.000 bestätigten Kepler-Planeten vermelden. Unter den aktuell 554 neuen Kepler-Planetenkandidaten befinden sich auch sechs Planeten von erdähnlicher Größe, die sonnenähnliche Sterne innerhalb deren lebensfreundlichen, sogenannten habitablen Zone umkreisen. Auch drei der nun neu bestätigten Planeten umkreisen ihre Sterne innerhalb dieser "grünen Zone", in der aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser auf der Planetenoberfläche existieren kann. Zwei dieser Planeten sind Felsplaneten und zugleich die bislang wahrscheinlich erdähnlichsten Exoplaneten überhaupt.

"Jede neue Auswertung der Kepler-Daten offenbart eine wahre Schatzgrube an Daten, die uns einen weiteren Schritt näher in der Beantwortung der Frage bringen, ob wir allein im Universum sind", kommentiert der Leiter des NASA Science Mission Directorate, John Grunsfeld die neuen Entdeckungen mit dem mittlerweile angeschlagenen Weltraumteleskop.


Um zu bestimmen, ob ein Planet aus Gestein, Wasser oder Gas besteht, müssen die Astronomen seine Größe und Masse kennen. Kann die Masse nicht direkt bestimmt werden, können die Forscher anhand der Planetengröße ableiten, aus was der Planet am wahrscheinlichsten besteht.


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Zwei der nun neu bestätigten Planeten - "Kepler-438b" und "Kepler-442b" - haben einen Durchmesser von weniger als dem 1,5-fachen der Erde. "Kepler-438b ist rund 475 Lichtjahre von der Erde entfernt und knapp 12 Prozent größer als diese. Er umkreist seinen Stern einmal in 35.2 Tagen. "Kepler-442b" ist 1,100 Lichtjahre entfernt, 33 Prozent größer als die Erde und benötigt für eine Umrundung seines Sterns 112 Tage. Beide Planeten umkreisen Sterne im Sternbild Leier (Lyra), die kleiner und kälter sind als unsere Sonne, weshalb auch ihre habitable Zone näher liegt als die unserer Sonne.

Wie die NASA-Astronomen in einer zukünftigen Ausgabe der Fachzeitschrift "The Astrophysical Journal" berichten werden, bestätige jede neue derartige Entdeckung kleiner, wahrscheinlich felsiger Planeten die sich zunehmen festigende Vorstellung von der Häufigkeit von Felsplaneten wie unserer Erde: "Der Tag kommt langsam in Sichtweite, an dem wir mit Gewissheit sagen können, wie Häufig erdartige Planeten wirklich sind", zeigt sich der Mitautor des Artikels, Doug Caldwell vom SETI Institute und Kepler-Wissenschaftler am Ames Research Center der NASA angesichts der neuen Daten überzeugt.


Die Daten selbst stammen aus der Kepler-Beobachtungsphase von Mai 2009 bis April 2013. Die Anzahl der von Kepler entdeckten Planeten-Kandidaten liegt damit derzeit bei 4.175. Insgesamt acht dieser Kandidaten sind nur bis zwei Mal so groß wie unsere Erde und umkreisen ihre Sterne innerhalb deren habitablen Zonen. Von diesen acht Planeten umkreisen wiederum sechs sonnenähnliche Sterne. In nächsten Schritten wollen die Astronomen diese Kandidaten weiterführend untersuchen, um so ihre Existenz exakt bestätigen zu können.


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"Kepler hat sein Suchfeld (Anm.d.GreWi-Redaktion: rund 150.000 Sterne in den Sternbilder Leier und Schwan) vier Jahre lang untersucht. Das ist lange genug, um jetzt die erdgroßen Planetenkandidaten mit annähernd einjährigen Umlaufbahnen auszusortieren", erläutert Fergal Mullally, Hauptautor des Artikel und ebenfalls vom SETI-Institute und Ames. "Wir sind dem Ziel, der Entdeckung von Erdzwillingen im Umfeld sonnenähnlicher Sterne, so nah wie nie zuvor."

Anhand der neuen Daten soll schon bald ein neues Modell zur Häufigkeit von Felsplaneten in habitablen Zonen um sonnenähnliche Sterne erstellt werden - eine Schlüsselerkenntnis zu einem der Ziele der Kepler-Mission: Der Bestimmung unseres Platzes im Universum.


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