Dienstag, 13. Januar 2015

Kontroverse: Liegt in der Antarktis ein 100 Meter großes außerirdisches Objekt?


Kontrastverstärkte Version des AWI-Originalfotos. | Copyright/Quelle: Tobias Binder, Alfred-Wegener-Institut (berab.Version: grenzwissenschaft-aktuell.de

Bremerhaven (Deutschland) - Die Entdeckung einer rund zwei Kilometer durchmessenden kreisförmigen Bruchstruktur im antarktischen König-Baudoin-Schelfeis sorgt weltweit für Aufsehen und Rätselraten unter Wissenschaftlern (...wir berichteten). Während zunächst vermutet wurde, dass es sich um einen Meteoriten handeln könnte, bezweifeln andere Astrophysiker diese Erklärung. Schließlich müsste der außerirdische Eindringling angesichts der gewaltigen Ausdehnungen des "Kraters" einen Durchmesser von rund 100 Metern haben. Die Entdecker der Struktur halten sich derweil mit weiteren Informationen und Interpretationen noch bedeckt. Es gebe jedoch "außergewöhnliche Beweise" für die Erklärung rund um einen Einschlag im Eis.

"Sollte diese Struktur von einem Brocken aus dem Weltraum verursacht worden sein, so wäre dieses Objekt schon wirklich groß gewesen", kommentieren Forscher die Entdeckung auf "News.Discovery.com".


Anhand der Faustregel, nach der ein entsprechender Krater zwischen 10 und 20 mal so groß ist, wie das ihn geschlagene Objekt, würde dies bedeuten, dass das Objekt, das für die Bruchstruktur im König-Baudoin-Schelfeis verantwortlich war, einen Durchmesser von mehr als 100 Meter gehabt hätte, zitiert Discovery mit Peter Brown den Direktor des Center for Planetary Science and Exploration an der kanadischen University of Western Ontario.


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"Der Treffer eines solchen Objekts wäre zweifelsohne mit einer gewaltigen Explosion einhergegangen, die alles, was in der jüngeren Geschichte registriert wurde, in den Schatten stellen würde. (...) Diese Struktur ist also mit ziemlicher Sicherheit nicht von einem Meteoriteneinschlag hervorgerufen worden", so der Wissenschaftler.

Auf Anfragen von Discovery erklärt hingegen Dr. Graeme Eagles vom vom Alfred-Wegener-Instituts (AWI) des Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), dass seine Kollegen bislang noch nicht alle gewonnenen Daten und Informationen veröffentlicht hätten: "Die Wissenschaftler haben Fotos, Videos und sehr detaillierte Messungen der Struktur und der umliegenden, durch den Bruch hervorgerufenen Veränderung der Topografie, sowie Radarmessungen angefertigt."


Wie Eagles nun erstmals erläutert wurden bei diesen Arbeiten weitere kleinere, kreisförmige Strukturen in der Nähe der großen Bruchstruktur entdeckt, die es nun noch - gemeinsam mit allen anderen Daten - auszuwerten gilt. Demnach hoffen Wissenschaftler, ihre wissenschaftlichen Daten schon bald in einem Fachartikel veröffentlichen zu können. "Dieser Fund ist wirklich sehr ungewöhnlich", so Eagles abschließend weiter. "Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise. So weit ich dies aber derzeit sagen kann, sieht es in diesem Fall so aus, als gibt es genau diese außergewöhnlichen Beweise."



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