Mittwoch, 28. Januar 2015

Neuste Aufnahmen zeigen potentiell lebensfreundlichen Zwergplaneten Ceres erstmals deutlicher als zuvor Hubble


Neue Aufnahmen der Sonde "Dawn" vom 25. Januar 2015 zeigen den Zwergplaneten Ceres in bislang nicht bekannten Details. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Berlin (Deutschland) - Neuste Aufnahmen der NASA-Sonde "Dawn" zeigen den Zwergplaneten Ceres erstmals in einer Deutlichkeit und Auflösung, wie sie die bisherigen besten Aufnahmen mit dem Weltraumteleskops Hubble übertreffen. Auch ein mysteriöser weißer Fleck auf der Oberfläche des Zwergplaneten kommt damit mehr und mehr in den Fokus der Planetenforscher.

Die neusten Aufnahmen der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit dem Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig konstruierten und geleiteten Bordkamera vom 25. Januar 2015 zeigen Ceres nun aus einer Entfernung von nur noch 237.000 Kilometern und in einer Auflösung von 43 Pixel.


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"Wir sehen große, fast den gesamten Zwergplaneten umspannende Strukturen. Auch wenn man noch nicht genau sagen kann, um was es sich dabei handelt, ist doch klar, dass gewaltige Prozesse die Oberfläche von Ceres verändert haben", sagt Prof. Ralf Jaumann vom DLR, Planetenforscher und Mitglied im Dawn-Team. "Mit jeder neuen Aufnahme werden wir von nun an weitere Hinweise darauf erhalten, was uns bei unserer Ankunft am 6. März dieses Jahres bei Ceres erwartet." Eines der faszinierendsten Szenarien geht davon aus, dass es selbst heute noch einen Ozean aus flüssigem Wasser unter der Eiskruste von Ceres und darin dann vielleicht sogar auch Leben geben könnte.

http://photojournal.jpl.nasa.gov/archive/PIA19171.gifCeres in Bewegung. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDABesonderes Interesse ruft derzeit ein merkwürdig heller, weißer Fleck hervor, der sich von der sonstigen Umgebung aus helleren und dunkleren Region deutlich abhebt. "Unsere Aufnahmen übertreffen die bisherigen Hubble-Bilder in der Auflösung um mehr als 30 Prozent", führt Jaumann weiter aus. "In der südlichen Hemisphäre sind einige sehr dunkle Merkmale in einer insgesamt dunkleren Region zu sehen. Zu erkennen ist eine globale Struktur, bei der es sich vermutlich um eine Reihe von großen, seltsam angeordneten Einschlagskratern handelt." Auch ist der bereits bekannte helle Fleck in etwa 90 Grad Entfernung von dieser Struktur zu erkennen. Tatsächlich scheint diese Struktur schon auf den Hubble-Aufnahmen sichtbar zu sein.


Ceres auf Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble. | Copyright: NASA/Hubble

Forscher vermuten, dass es sich um das Sonnenlicht reflektierendes Eis in einem Krater oder sogar um Eisvulkanismus handeln könnte, wie er vom Saturnmond Enceladus bekannt ist.


Ceres, so erläutert die Pressemitteilung des DLR, wird der erste Zwergplanet überhaupt sein, den eine Sonde aus dem Orbit untersucht. Mit einem Durchmesser von fast 1000 Kilometern ist der Himmelskörper der Rekordhalter im Asteroidengürtel und wurde 2006 von der Internationalen Astronomischen Vereinigung in die neue Kategorie der sogenannten Zwergplaneten eingeordnet.


"Wir sind bisher noch nie um solch einen Himmelskörper geflogen", betont Jaumnann abschließend. "In Ceres ist vermutlich die Anfangsphase der Planetenentstehung konserviert - ähnlich wie uns eine Fliege im Bernstein die Geschichte urzeitlicher Insekten erzählt."


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