Samstag, 31. Januar 2015

Rechtsstreit um UFO-Akten der U.S. Air Force: BlackVault muss vollständiges Blue-Book-Archiv vom Netz nehmen


Historische Aufnahme einer Pressekonferenz des UF-Militärs zu "Project Blue Book". | Copyright: Public Domain

Washington (USA) - Nachdem erst kürzlich der UFO-Forscher John Greenewald sämtliche Akten der umfangreichen UFO-Studie "Blue Book" der U.S. Air Force erstmals als komfortable PDFs im Internet veröffentlicht hatte (...wir berichteten), hat nun ein kommerzielles Konkurrenzprojekt eine Verfügung erwirkt und damit die Entfernung der mehr als 130.000 Seiten erzwungen.

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In einer Erklärung vom 29. Januar 2015 erläutert Greenewald von "The Black Vault" die Situation wie folgt:

Mit großer Frustration muss ich hier leider bekannt geben, dass Ancestry.com und ihre Tochterseite Fold3 einen Copyright-Anspruch auf das Material von Project Blue Book erhoben hat, obwohl dieses schon seit vielen Jahren von den National Archives & Records Administration (NARA) als "Public Domain" (Anm.d.GreWi-Red.: vergleichbar mit dem deutschen "gemeinfrei") ausgewiesen wird.
Ancestry.com beansprucht nun jedoch das Copyright auf die digitale Version dieses Materials, obwohl ich in meinen Akten Material veröffentlicht hatte, das Fold3 gar nicht in seinen Archiven anbietet und das ich durch Anfragen unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetzt (FOIA) seit 1996 erhalten habe. Sie behaupten einfach, dass die (digitalen) Blue-Book-Materialien zu 100 Prozent ihnen gehören würden und haben mich nun dazu gezwungen, meine Materialien aus dem Netz zu nehmen.

Meine dankende Nennung auf der einstigen Internetseite zu den Blue-Book-Akten und den direkten Link zu Fold3 hat Fold3 nun dazu benutzt, um den eigenen Copyright-Anspruch unter Berufung auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) zu untermauern.


Jeder, der etwas von der Gesetzgebung versteht weiß, dass man 'schuldig ist, solange nicht die eigenen Unschuld nachgewiesen wird'. Was ich damit meine: Das ist der Anfang von Ende. Ich habe Fold3 niemals als (eine) Quelle unterschlagen und habe auf sie sogar verlinkt und in zahlreichen Interviews genannt. Leider wurden diese Hinweise in allen diesen Interview später jedoch herausgeschnitten. Leider hat sich niemand für diesen Teil der Hintergründe interessiert. Es war das neue Archiv, an dem die Medien interessiert waren, weil es so einfach, direkt und kostenfrei zu nutzen war. Und die Leute haben es wirklich geliebt.


Jetzt wurde ich aber aus einem von keinerlei Beweisen untermauerten Anspruch heraus dazu gezwungen, die Blue-Book-Archivseite vollständig zu entfernen. Ja, sie lesen richtig: Es wurden meinem Provider KEINERLEI Beweise vorgelegt. Lediglich die Behauptung und Anschuldigung. Aber mehr braucht es dazu auch nicht. Im besten Glauben daran, dass sich ein Kompromiss finden lässt, habe ich die Seite dann aus dem Netzt entfernt.


Sie (Fold3) wurden bereits als Quelle einiger Materialien genannt und mein Link führte zu einem 12-prozentigen Anstieg der Zugriffszahlen auf ihre Seite seit dort die ersten Akten 2007 veröffentlicht wurden. Mein Link multiplizierte die dortigen Zugriffsstatistiken in nur fünf Tagen um das Zehnfache! Diese zahlen sind auf deren eigner Seite einsehbar.


Ich habe zugleich aber auch darauf verwiesen, dass es bei mir sehr viel mehr Material gibt als auf der Fold3-Seite. Das scheint sie aber nicht zu interessieren. Ich habe ihnen auch zusätzlich ein 100% 'share of voice"-Werbebanner auf meiner Seite angeboten. Das interessierte sie ebenso wenig, wie mein Angebot einer Zusammenarbeit, da durch all die Medienberichte und durch meine Leser (und nicht durch Fold3) das Interesse an den Akten nachweislich gestiegen war. Schlussendlich wurde mir angeboten, ein Mitglied ihres Affiliate-Programms zu werden. Dies hätte aber bedeutet, dass man zur Nutzung des Archivs zahlendes Mitglied (der Ancestry.com-Fold3-Plattform) werden müsste. Diesen Vorschlag habe ich umgehend abgelehnt.


Bei den Blue-Book-Akten handelt es sich um gemeinfreies Material - und so sollte es auch bleiben. Digitale Exklusivrechte darauf zu erheben, obwohl beide Seiten die Inhalte umsonst zur Verfügung stellen, ist Unsinn und eine Verschwendung von Zeit und Geld für alle Beteiligten.


Schlussendlich bin ich aber stolz darauf, diese Informationen wieder ins öffentliche Interesse gebracht zu haben. Auch wenn die Materialien nur kurz zur Verfügung standen. Ohne die Veröffentlichung hätte ein Großteil der Öffentlichkeit gar nicht (mehr) gewusst, dass sie überhaupt existieren. Google Trends zeigt mehr als deutlich, was ich damit meine. Hier ist eine Grafik der Sucheingaben für "Project Blue Book" seit 2005, die aufzeigt, wie viele Menschen zur jeweiligen Zeit nach diesen Suchbegriffen online gesucht haben.


Sehen Sie diesen Anstieg? Ja, dieser Anstieg wurde von der 'Black Vault'-Seite und der Veröffentlichung der Blue-Book-Akten hervorgerufen. Ja, es gab einige Falschmeldungen in den Medien, aber auf meiner Startseite gab es einen Hinweis, der diese Behauptungen zurechtrückte.


Nennen Sie es unternehmerische Gier, ein legales Schlupfloch oder eine Grauzone im Copyright-Gesetz. Alles ist nun dahin - und das nur, damit eine Firma, deren Geldbörse dicker ist als meine, an Ihre persönlichen Daten, ihre Kreditkartennummer kommen kann. Ich überlasse es Ihnen, diesem Durcheinander den richtigen Stemple aufzuerlegen.


In mehr als 18 Jahren (UFO-Forschung und Bemühung um die Veröffentlichung von einst geheimen UFO-Akten) habe ich noch nichts Vergleichbares erlebt. Es ist ein schwarzer Tag für die Welt der Public Domain, der öffentlichen Information, der öffentlichen Archive und für die Idee, die hinter dem Informationsfreiheit steht.


Ich habe mir vom ersten Tag meiner Arbeit an geschworen, nie dem Drang nachzugeben, auf die öffentliche Information einen Preis zu erheben. Es ist eine Schande, dass ich mit dieser Vorstellung offenbar ziemlich alleine bin."

- Einen Aufruf Greenewalds zu Protestschreiben an Fold3 bzw. Ancestry.com finden Sie HIER


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