Freitag, 20. Februar 2015

Anomalien in der Marsatmosphäre weiterhin rätselhaft


Ungewöhnlich hohe Wolkenausbrüche auf dem Mars am 21. März 2012. | Copyright/Quelle: W. Jaeschke and D. Parker

Bilbao (Spanien) - Seit Hobby-Astronomen im Frühjahr 2012 ungewöhnlich hochaufragende wolkenartige Strukturen in der Atmosphäre über der Nordhalbkugel des Mars entdeckt haben, rätseln auch Wissenschaftler darüber, um was genau es sich dabei handeln könnte. Nachdem seit 2012 weitere ähnliche Wolkenausbrüche auf dem Mars entdeckt wurden, hat die europäische Weltraumagentur ESA nun weitere und neue Aufnahmen veröffentlicht - und rätselt weiterhin über deren Natur und Herkunft.

Die ersten "Wolkenwarzen" entdeckte der Amateur-Astrofotograf Wayne Jaeschke am 19. Und 20. März, gefolgt von weiteren Beobachtungen ähnlicher Strukturen im April 2012 (...wir berichteten). Die Wolkenausbrüche erstreckten sich bis auf eine Höhe von 250 Kilometern oberhalb der Marsoberfläche. Im Vergleich dazu erreichen irdische Wolken nicht mehr als 100 Kilometer Höhe.


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"Auf 250 Kilometern Höhe ist die Grenzschicht zwischen Atmosphäre und dem Weltraum nur noch sehr dünn. Aus diesem Grund sind solche Strukturen in einer solchen Höhe wirklich ungewöhnlich und eigentlich nicht zu erwarten", erläutert der Autor einer aktuell im Fachjournal "Nature" (DOI: 10.1038/nature14162) veröffentlichten Studie, Agustin Sanchez-Lavega von der Universidad del País Vasco.


Animation der Aufnahmen von 2012. | Copyright: W. Jaeschke and D. Parker

Zudem entwickelten sich die Strukturen in weniger von 10 Stunden zu einem Merkmal, das eine Fläche von 1000 x 500 Kilometer bedeckte und etwa 10 Tage lang, jedoch sich stets verändernd, sichtbar blieb. Von den Sonden, die damals den Roten Planeten umkreisten, blieb das Spektakel jedoch unerkannt, da ihre Positionen während des Vorgangs ungeeignet für genauere Beobachtungen war.


Nach der ersten Beobachtung suchten Astronomen auch in den Mars-Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Hubble von 1995 bis 1999 nach Hinweisen auf ähnliche Vorgängen und wurden auf Aufnahmen vom 17. März 1997 fündig.



Hubble-Aufnahme vom 17. Mai 1997. | Copyright: NASA/ESA

Derzeit erforschen die Wissenschaftler, was es mit den ungewöhnlichen Wolkenausbrüchen auf sich haben könnte: "Eine der Ideen, die wir diskutiert haben ist, dass es sich bei diesem Strukturen um stark reflektive Wolken aus Wassereis, Kohlendioxideis oder Staubpartikeln handelt. Allerdings würde all dies eine starke Abweichung vom bisherigen Standardmodell des Marsklimas, dessen globaler Zirkulation und Wolkenbildung bedeuten", so Augustin.


Alternativ vermuten die Forscher, dass es sich um eine Emission von Polarlichtern handeln könnte, da schon zuvor genau an den Orten der anomalen Strukturen Polarlichter beobachtet werden konnten. Zudem gebe ein genau an diesen Orten auch große Magnetfeldanomalien der Marskruste. Weitere Aufschlüsse erhoffen sich die Forscher zudem von der für 2016 geplanten europäischen Marsmission "ExoMars".


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