Donnerstag, 12. Februar 2015

Astronomen beobachtet erstmals Entstehung eines Sternen-Quartetts


Künstlerische Darstellung eines ungewöhnlichen Vorgangs: Ein Stern und drei dichte Gaskondensationsstadien (linke Bildhälfte) formieren sich zu einem vierpoligen Sternensystem. | Copyright und Grafik: B. Saxton (NRAO/AUI/NSF)

Zürich (Schweiz) - Erstmals haben Astronomen ein sich neu formierendes, vierpoliges Sternensystem entdeckt, dass sich aus weit auseinanderliegenden Fragmenten einer fadenförmigen Gaswolke bildet.

Wie die Forscher um Jaime Pineda vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und am Institut für Astronomie der ETH Zürich und Kollegen aktuell im Fachjournal "Nature" (DOI: 10.1038/nature14166) berichten, ereignet sich die außergewöhnliche im Sternbild Perseus. Das Sternensystem besteht aus einem noch jungen Stern, der sich in einer frühen Entstehungsphase befindet, und aus drei kondensierenden Gaswolken, die durch Gravitationskräfte rasch verdichtet werden: "Berechnungen der Astrophysiker zufolge wird sich jede der Gaswolken in rund 40‘000 Jahren zu jeweils einem Stern formieren. Die Sterne dürften relativ klein sein und nur rund einen Zehntel der Masse unserer Sonne erreichen. Der Abstand zwischen den einzelnen Sternen beträgt mehr als das Tausendfache der durchschnittlichen Distanz zwischen Sonne und Erde."


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Die Berechnungen der Astrophysiker zeigen, dass die beiden Sterne mit der kürzesten Distanz zueinander ein stabiles Doppelsystem bilden, während die beiden anderen weiter entfernten Sterne nach rund einer halben Million Jahre ins All hinausgeschleudert werden. "Sternensysteme mit mehr als drei Mitgliedern sind instabil und störungsanfällig", erläutert Pineda.

Die Forscher konnten nicht nur erstmals die Entstehung eines multiplen Sternensystems aus einer fragmentierten Gaswolke beobachten. Ungewöhnlich ist auch, wie schnell sich das System bildet. Die veranschlagten 40‘000 Jahre sind für astronomische Verhältnisse "außergewöhnlich rasch", betont Pineda. Auch konnte bislang noch nie beobachtet werden, das sich Sternensysteme aus Teilen einer fadenförmigen Gaswolke bilden.


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