Sonntag, 22. Februar 2015

Jarosit: Erneuter Hinweis darauf, dass der Curiosity-Rover Belege für Mars-Leben zerstört, statt zu finden


Archivbild: Kristalline Form von Jarosit. | Copyright: Christian Rewitzer, CC BY-SA 3.0 (Wikipedia Commons)

London (England) - Da es auf der Erde nur unter Mitwirkung von Wasser gebildet werden kann, gilt das erstmals 2004 auch auf dem Mars nachgewiesene Mineral Jarosit als Indiz dafür, dass auf dem Roten Planeten eins flüssiges Wasser – und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens - existierte. Jetzt haben britische Wissenschaftler jedoch festgestellt, dass es eben dieses Jarosit ist, dass gerade in Verbindung mit der vom Mars-Rover Curiosity zur Suche von organischen Verbindungen eingesetzten Technologie dazu führt, eben diese Verbindungen unwiederbringlich zerstört werden.

Wie die Forscher um Professor Mark Sephton vom Imperial College London und Kollegen vom Natural History Museum aktuell im Fachjournal "Astrobiology" berichten werden, haben sie die Technologie jenes Bordinstruments der mobilen Laboreinheit "Curiosity" der aktuellen NASA-Marsmission "Mars Science Laboratory" (MSL) detailgetreu nachgebaut, mit dem der Rover im Marsboden nach organischen Verbindungen sucht.


In diesem Instrument, dem sogenannten Sample Analysis at Mars (SAM), werden intensive Hitzestöße, sogenanntes "Flash Heating" zur Analyse des Boden eingesetzt. In den neuen Experimenten zeigte sich nun, dass es genau durch diese "Blitzerhitzung" das Mineral aus der Klasse der Sulfate in Schwefeldioxid und Sauerstoff zerfällt und der Sauerstoff dann organische Verbindungen - selbst wenn vorhanden - zerstört, ohne dass auch nur eine Spur dieser Verbindungen zurück bleibt.


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Sollte Jarosit also auch in den von Curiosity untersuchten Marsböden vorhanden sein (bislang wurde das Mineral nur von einem der Curiosity-Vorgäger, dem Mars-Rover "Opportunity" entdeckt), würde die Analyse-Methode von Curiosity also nicht nur das Mineral, als Hinweis auf einstiges flüssiges Wasser auf dem Mars, sondern auch möglicherweise vorhanden organische Verbindungen zerstören.

Schon 2014 konnten die Forscher ähnliche Probleme angesichts des im Marsboden gefundenen Minerals Perchlorat nachweisen. Zerfällt Perchlorat durch die Erhitzung in den Laboröfen des Rovers, entsteht neben Sauerstoff auch Chlorgas freigesetzt, das wiederum mit organischen Verbindungen reagiert, wodurch diese in Kohlendioxid und Wasser zerfallen. Allerdings fanden die Forscher damals einen Weg, anhand des auf diese Weise entstehenden Kohlendioxids auf die Anwesenheit von organischen Verbindungen in den untersuchten Proben zu schließen.


"Die zerstörerische Eigenschaft einiger Eisensulfate und Perchlorate angesichts organischer Verbindungen könnte erklären, warum bisherige Missionen keine eindeutigen Beweise für auf der Marsoberfläche erhaltene organische Verbindungen finden konnten - obwohl wir von Analysen von Mars-Meteoriten, Kometen und interplanetarem Staub wissen, dass zumindest durch diese organische Verbindungen immer schon auf den Mars gelangten", so Shepton.


Aufgrund ihrer Entdeckung suchen die Forscher nun nach Möglichkeiten, wie die Instrumente von Curiosity derart eingesetzt werden könnten, um die negative Auswirkung des Jerosits auf die Suche nach organischen Verbindungen zu kompensieren und die derzeit geplante europäische Mars-Mission "ExoMars" umzurüsten.


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