Montag, 23. Februar 2015

"Wer ist der Mann auf dem Tuch?" - Wanderausstellung zum Turiner Grabtuch


Das Turiner Grabtuch im Negativ mit Vergrößerung der Gesichtspartie (r.). | Copyright: Public Domain (Kollage: grewi.de, Quelle: shroud.com)


Berlin (Deutschland) - Vielen gläubigen Christen gilt das "Turiner Grabtuch" (das sog. Sacra Sindone) als ihre heiligste Reliquie - soll es doch nichts weniger als das fotografieartig auf ein Leinentuch übertragene Antlitz des Gekreuzigten Jesus Christus zeigen. Kritiker und Skeptiker hingegen sehen darin lediglich einen der größten Schwindel der Geschichte. Rund um die außerplanmäßige Ausstellung des für die Gläubigen "heiligen Leinens" zu Ostern 2015 in Turin (...wir berichteten), tourt derzeit eine Wanderausstellung zum Turiner Grabtuch durch deutsche Städte. Aktuell ist die Ausstellung "Wer ist der Mann auf dem Tuch? - Eine Spurensuche" in Berlin zu sehen.

"Das Tuch ist ein 4,40 Meter langes und 1,13 Meter breites Leinentuch mit einem angenähten Saum", erläutern die Ausstellungsmacher auf der Internetseite zur Ausstellung und führt weiter aus: "Es ist ein kostbares Tuch, in einem aufwändigen Fischgrät-Muster gewebt. Auf dem Tuch sieht man in voller Länge das Abbild eines Mannes in Vorder- und Rückansicht. Bis heute gibt es nur Theorien darüber, wie es entstanden ist.


Der Grabtuch-Experte Giulio Fanti, Professor für mechanisch-thermische Forschung an der Universität Padua/Italien, hat in einer Pressekonferenz in Köln jüngste Forschungen vorgestellt, die das Tuch als Produkt des 1. Jahrhunderts n. Chr. einstufen. Er sieht damit frühere Untersuchungen als widerlegt an, die den Leinenstoff ins 13./14. Jahrhundert datieren. Fanti: 'Sehr wahrscheinlich wurde Jesus Christus in diesem Leinen beerdigt.'"



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Laut den deutschen Maltesern, die die Ausstellung konzipierten, die Ausstellung sowohl wissenschaftliche Forschung wie theologische Sichtweisen zu dem Leinentuch vor: "Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte des Tuches, die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse um Wunden und Echtheit - versehen mit biblischen Bezügen und die einmalige Gelegenheit Religion und Wissenschaft erfahrbar zu machen."


Kernstücke der Ausstellung, sind eine originalgetreue Nachbildung des Tuchs sowie eines Korpus', der aus einer 3D-Betrachtung der Spuren am Tuch gefertigt wurde. Aber auch weitere Ausstellungsstücke wie die Dornenhaube und die Nägel, die zur damaligen Zeit bei einer Kreuzigung verwendet wurden, bieten Anregung zur Diskussion. Die Sammlung umfasst 22 Informationsstellen und sieben Vitrinen.

Entwickelt wurde die Ausstellung von den Maltesern und dem Erzbistum Köln mit Hilfe privater Unterstützer. Die Wanderausstellung wird deutschlandweit zu sehen sein.

Videoreportage zur Erstausstellung in Köln


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Derzeit ist die Ausstellung noch bis zum 11. März in der Malteser Diözesangeschäftsstelle Berlin, Alt Lietzow 33, 10587 Berlin, zu sehen. Weitere Ausstellungsorte sind Augsburg, Passau, Regensburg, Dresden, Freiburg, und in 2016 Salzburg, München, Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Eichstätt. Zwischen einigen dieser Ausstellungen sind noch Termine frei, in der die Ausstellung angemietet werden kann.


- Ausführliche Informationen, eine gut 100-seitige Broschüre sowie die offizielle App zur Ausstellung finden Sie auf der Internetpräsenz zur Ausstellung.



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