Samstag, 7. März 2015

Dawn am Ziel: Sonde umkreist von nun an potentiell lebensfreundlichen Zwergplaneten Ceres

http://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/details.php?id=pia19185
Der hellste weiße Fleck auf Ceres hat einen kleinen Begleiter – bleibt aber weiterhin rätselhaft. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Pasadena (USA) - Am gestrigen Mittag (13.39 Uhr mitteleuropäischer Zeit) ist die NASA-Sonde "Dawn" von der Anziehungskraft in eine Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres, dem größten Objekt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, gezogen worden. Jetzt warten die Wissenschaftler auf die ersten Aufnahmen der Planetenoberfläche und darauf, dass sich Dawn dieser mehr und mehr annähert.

Während des Annäherungsvorgangs an Ceres konnte die Kamera an Bord der Sonde jedoch keine Aufnahmen machen:"Die insgesamt fast 20 Meter langen Solarpaneele mussten bei diesem Manöver zur Sonne ausgerichtet sein, und daher blickte die Kamera auch nicht in Richtung Ceres", erläutert Prof. Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).


Die nächsten, die bisherigen Aufnahmen übertreffenden Bilder erwarten die Missionswissenschaftler im April aus 33.000 und 22.000 Kilometern Entfernung. Bis dahin verschwindet die Raumsonde Dawn zunächst hinter der dunklen, sonnenabgewandten Seite des Zwergplaneten.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Siebeneinhalb Jahre nach dem Start und nach fast fünf Milliarden geflogener Kilometer ist Dawn somit an ihrem zweiten Missionsziel angekommen", erläutert die Pressemitteilung des DLR, das gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig die Bordkamera entwickelt hat und betreut. "Ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta, umkreiste sie von 2011 bis 2012 und lieferte tausende Bilder. Auch ihre Umlaufbahn um Ceres wird nach und nach näher an den Zwergplaneten führen. Ab dem 23. April 2015 wird die Kamera aus nur noch 13.500 Kilometern Entfernung auf die Oberfläche von Ceres blicken und 20 Tage lang den Zwergplaneten aus dieser Höhe erforschen."

http://www.visionbakery.com/grewiVon diesen Beobachtungen erhoffen sich die Forscher bislang unerreicht aufgelöste Details auf der Oberfläche - darunter auch die immer noch mysteriösen hellen Flecken (...wir berichteten, s. Abb.o.) - genauer erkennen und dann auch interpretieren zu können, sowie ein eines ersten vollständigen dreidimensionalen Höhenmodell erstellen zu können.


Bis Ende dieses Jahres soll sich die Sonde dann bis auf 375 Kilometer an Ceres annähern. Insgesamt 18 Monate soll Dawn dann mit insgesamt drei Instrumenten den Zwergplaneten erforschen.



Zwei neue Ansichten der Ceres-Oberfläche mit einer Auflösung von 4 Kilometern pro Pixel, aufgenommen am 19. Februar 2015. Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

"Ceres wurde 1801 entdeckt und als Planet bezeichnet. Später wurde er als Asteroid klassifiziert - um schließlich 2006 in die neu definierte Klasse der Zwergplaneten eingeordnet zu werden" erläutert Jaumann weiter. "Mit seiner Umlaufbahn um die Sonne, der Kugelform und einem Durchmesser von 950 Kilometern war Ceres bei der Entstehung unseres Sonnensystems auf dem besten Weg, ein Planet zu werden. Doch die Gravitation von Jupiter verhinderte dies sehr wahrscheinlich, und so blieb Ceres in dieser Entwicklung stecken. Das macht Ceres interessant für die Planetenforscher: "Er verkörpert ein Stadium der Planetenentstehung, das uns Aufschluss darüber geben kann, was vor 4,6 Milliarden Jahren passierte."

Unter der eisigen Kruste vermuten Forscher einen flüssigen Wasserozean, in dem es dann auch Leben geben könnte (...wir berichteten).

grenzwissenschaft-aktuell
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE