Dienstag, 31. März 2015

Erdähnliche "Tatooine-Planeten" zweier Sonnen könnten häufiger sein als bislang gedacht


Künstlerische Darstellung eines Planeten mit zwei Sonnen (Acryl auf Leinwand). | Copyright: Ben Bromley, University of Utah

Salt Lake City (USA) - Spätestens seit "Star Wars" sind erdartige Planeten, an deren Himmel zwei Sonnen auf- und untergehen, ein beliebtes Science-Fiction-Motiv. Während Doppelsternsysteme tatsächlich häufiger sind als Einzelsterne wie unsere Sonne, wurden bislang in solchen sogenannten Binärsystemen ausschließlich unbewohnbare Gasplaneten entdeckt. Viele Planetenforscher glauben deshalb, dass erdartige Felsplaneten hier überhaupt nicht erst entstehen können. Jetzt zeichnen US-Forscher ein anderes Bild und vermuten anhand neuster Simulationen, dass erdähnliche Planeten wie der Heimatplanet der Skywalkers wahrscheinlich nicht nur tatsächlich existieren können, sondern auch noch relativ häufig sind.

"Sonnenuntergänge wie auf Tatooine könnten keine Seltenheit in unserer Galaxie sein", kommentieren der Astrophysiker Ben Bromley von der University of Utah und Scott Kenyon vom Smithsonian Astrophysical Observatory die Ergebnisse ihre Simulationen, die die Forscher vorab auf "arXiv.org" beschrieben haben.


"Unsere Haupterkenntnis ist die, dass außerhalb einer kleinen Regionen in der Nähe eines Binärsystems sowohl Gasriesen als auch Gesteinsplaneten auf die gleiche Art und Weise entstehen können, wie im Umfeld von Einzelsternen."


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Jahrzehnte lang gingen Astrophysiker davon aus, dass sich auf den ovalen Umlaufbahnen um ein Sternenpaar aus der protoplanetaren Gas- und Staubscheibe heraus keine festen Planeten bilden könnten - zumindest nicht derart nah an den beiden Gestirnen, als dass auf solchen Planeten Leben (ähnlich wie dem, wie wir es von der Erde kennen) entstehen und gedeihen könnte. Der Grund: Während sich auf annähernd kreisrunden, konzentrischen und sich somit nicht kreuzenden Bahnen Planetenvorgänger nach und nach gleichmäßig zu Planeten zusammen ballen können, kreuzen sich exzentrische und elliptische Bahnen derart, dass sich bildende Planeten mit der Zeit zwangsläufig in die Quere kommen und zerstören würden.

Tatsächlich entdeckten Forscher 2010 mit dem Weltraumteleskop "Spitzer" Hinweise auf erstaunlich große Mengen heißen Staubes im Umfeld von drei sich eng umkreisende Sternpaaren. Dieser Staub, so vermuten die Forscher um Jeremy Drake vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, stamme wahrscheinlich von massiven Zusammenstößen einiger der die Sterne umkreisenden Planeten: "Sterne in diesen Systemen haben wahrscheinlich nicht viel Glück und Kollisionen stehen hier wohl an der Tagesordnung.". (...wir berichteten)


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"Unsere Simulationen zeigen nun, dass sich entstehende Planeten auch auf den kreisrundesten dieser elliptischen Umlaufbahnen bilden können, die so verschalt in- und zueinander liegen, dass sie nie miteinander kollidieren", so Bromley und Kenyon. 
Die Forscher glauben, dass bislang noch keine erdartigen Planeten um Doppelsterne gefunden wurden, weil diese im Vergleich zu den bereits sieben entdeckten Gasriesen schlicht und einfach zu klein sind.

Während auch die ihre Doppelsterne ungewöhnlich nahe umkreisenden, sieben bislang entdeckten Gasriesen (...wir berichteten) Astrophysiker derzeit noch vor ein Rätsel stellen, da sie sich in der Theorie sehr viel weiter entfernt befinden sollten, könnten sich, so erläutern Kenyon und Bromley abschließend, erdartige Felsplaneten genau an jenen Orten mit dem richtigen Abstand bilden, damit sich auf ihren Oberflächen Leben entwickeln könnte. Also innerhalb der sogenannten lebensfreundlichen Zone um die binären Sternenpaare.


Tatsächlich berichteten schon 2012 Astrophysiker der University of Texas über die Ergebnisse ihrer Studie, wonach im Doppelsternsystem Kepler-16 erdähnliche und Planeten ihre beiden Sonnen umkreisen und auch die Voraussetzungen für Leben erfüllen könnten (...wir berichteten).


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